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Klimawandel erfordert Handeln auf allen Ebenen

Die Fachtagung Klimagerechtigkeit diskutierte am 7. Oktober in Soest Klimaveränderungen auf globaler und lokaler Ebene

„Nachhaltiges Handeln soll bewusst gefördert, die weltweite Projektarbeit durch eine stärkere Berücksichtigung ökologischer Aspekte noch ganzheitlicher ausgerichtet werden“. Mit dieser erst kürzlich formulierten Zielstellung von Kolping International begrüßte der Vorsitzende des Kolpingwerks Diözesanverband Paderborn Stephan Stickeler die 25 Teilnehmenden der Fachtagung. Gerade erst war er von der Generalversammlung aus Lima zurückgekehrt.

Die Notwendigkeit dessen stellte auch Referentin Irene Knoke vom Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene dar, die in ihrem Vortrag vor allem die globale Perspektive der Auswirkungen des Klimawandels einnahm und deren Bedeutung für den Globalen Süden in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellte. In ihrem Vortrag legte sie anschaulich dar, wie die immer knapper werdenden Ressourcen Wasser und Boden vor allem jene Menschen treffen, deren Existenz aufgrund ungerechter Wirtschaftsstrukturen sowieso schon stark gefährdet ist. Die Anfälligkeit dieser Bevölkerungsgruppen im Globalen Süden machte sie anhand des Teufelskreises zwischen Klima und Armut deutlich. Fehlt das Einkommen für landwirtschaftliche Erträge, wird auch der Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheit und Bildung eingeschränkt.

Die Referentin aus Bonn hatte in ihrem Vortrag unter anderem das Essverhalten des Globalen Nordens als wesentliche Ursache für den Klimawandel benannt und einen gemäßigten Konsum von tierischen Erzeugnissen, wie Fleisch und Molkereiprodukten empfohlen. Auch die Inhalte und Ziele des Pariser Klimaabkommens waren Inhalt der Darlegungen von Frau Knoke, die bereits mehrere Studien und Expertisen für das EU Parlament, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die Heinrich Böll Stiftung, Misereor und Brot für die Welt verfasst hatte. „Um die Ziele des Abkommens, die Erderwärmung um 2° zu reduzieren, zu erreichen, müssen 0,3 % des Bruttoinlandproduktes jedes Staates eingeplant werden“, so Knoke. Für eine weltweite wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit muss der Klimaschutz konsequent umgesetzt werden. „Wir können definitiv nicht so weiter machen, wie bisher“, betonte die Referentin abschließend.

Am Nachmittag wurde die Aufmerksamkeit auf klimabedingte Auswirkungen auf lokaler Ebene gelegt. Am Beispiel der Stadt Soest zeigte deren Klimabeauftragter Ulrich Günther, wie sich der Klimawandel auch bei uns durch Starkregenereignisse und vermehrte Trockenphasen sichtbar macht. „Der Mensch neigt dazu, die Konsequenzen von klimabedingten Auswirkungen zu ignorieren“, betonte er in seinem Vortrag und arbeitete heraus, vor welchen Herausforderungen der Klimafolgenanpassung die Stadt Soest zurzeit steht. Hierbei sind Aspekte wie das Ausmachen neuer Baumstandorte, die Freihaltung von Frischluftschneisen und die Eingrenzung der Verbreitung von Hitzeinseln durch die Nutzung heller Oberflächen in der Innenstadt zentral. Ebenso, so Günther, sei es wichtig, Dachbepflanzungen, Grün- und Moosflächen als Wasserspeicher im Stadtbild zu integrieren.

Begleitet wurde die Veranstaltung von einer umfangreichen Infobörse, bei welcher die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, sich vielfältig und interaktiv über das Thema Klimagerechtigkeit zu informieren. In der abschließenden Arbeitsgruppenphase reflektierten die Teilnehmenden ihre eigenen Verhaltensweisen und erarbeiteten Ideen, ihren Alltag und die Kolpingarbeit klimafreundlich zu gestalten. Im Verständnis der Tragweite von Klimaveränderungen für jeden Einzelnen von uns wurde zudem angeregt, das Thema Klimaschutz zukünftig vermehrt in den Kolpingsfamilien zu integrieren.

Hilfestellung für Informationsveranstaltungen zum Thema Klimagerechtigkeit können im Diözesanbüro in Paderborn bei Ramona Linder oder unter Telefon: 05251-2888-581 angefragt werden.