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Altkleider: Sammlungen bleiben wichtige Erlösquellen

Jeder kennt sie, und bestimmt haben die meisten Menschen auch schon einmal etwas dafür gespendet: In vielen Orten des Erzbistums Paderborn sammeln Kolpingsfamilien Altkleider.

„Die Erlöse sind eine wichtige Säule der Finanzierung unserer Projekte, sowohl vor Ort als auch im Verband“, sagt Thorsten Schulz, Diözesansekretär im Kolpingwerk Paderborn. Am Samstag konnten Aktive aus den Kolpingsfamilien bei einer Fachtagung in Bad Lippspringe ihre Erfahrungen mit Altkleidersammlungen austauschen und gemeinsam Ideen entwickeln, wie die Sammlungen in Zukunft am besten organisiert werden können.

Knapp 150 Interessierte nahmen an dieser Veranstaltung teil, die eine gemeinsame Aktion des Kolpingwerkes, der Kolping Recycling GmbH Fulda und der Inklusionsfirma „Die Brücke“ war, die sich gleichzeitig mit einem Tag der offenen Tür vorstellte. „Rund zwei Drittel unserer Kolpingsfamilien machen bei den Altkleidersammlungen mit“, berichtet Thorsten Schulz. „Erfreulich ist, dass die Erlöse allein aus den Straßensammlungen der ‚Aktion Rumpelkammer‘ mit gut 80.000 Euro pro Jahr seit Jahren stabil sind.“ Daneben sind vor allem die orangefarbenen Sammelcontainer bekannt, die vielerorts aufgestellt sind.

Das Geld wird für drei Zwecke verwendet: Natürlich fließt ein Teil zurück zu den Kolpingsfamilien, die davon Aktionen und Projekte, aber zum Beispiel auch Fortbildungen für die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder finanzieren. Zweiter Zweck ist die Förderung der internationalen Arbeit des Kolpingwerkes, konkret die Zusammenarbeit mit den Partnerländern Mexiko, Costa Rica, Dominikanische Republik, Nicaragua und Honduras. Drittens gibt es einen Sozialfonds, aus dem auf Antrag bedürftige Einzelpersonen Geld erhalten können. Dieses wird zum Beispiel in der Hilfe für Geflüchtete eingesetzt.

Beim Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass die Kolpingsfamilien sehr kreativ sind, wenn es um die Durchführung der Sammelaktionen geht. Manche arbeiten zum Beispiel mit Gruppen der Firmvorbereitung zusammen, um junge Menschen für das Thema zu begeistern und den Altersdurchschnitt der Aktiven auf Dauer senken zu können. Anderenorts, wo die Abholung der Altkleider nicht mehr problemlos organisiert werden kann, finden regelmäßig Bringsammlungen statt, die zugleich als Gesprächsmöglichkeit bei einem kostenlosen Kaffee genutzt werden. „Aus diesem Grund sind alle Beteiligten zuversichtlich, dass die Sammlungen auch zukünftig eine zuverlässige Erlösquelle bleiben werden“, fasst Thorsten Schulz zusammen.

Auch die Inklusionsfirma „Die Brücke“ in Bad Lippspringe engagiert sich bei den Sammlungen. „Als Dienstleister der Kolping-Tochter Kolping Recycling GmbH übernehmen wir die Logistik für rund 380 Altkleider-Sammelcontainer im Erzbistum Paderborn, von der Leerung der Container über eine grobe Vorsortierung bis zur Verladung“, sagt Prokurist Christian Hoffbauer. „Die Brücke“ ist seit 1997 erfolgreich auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig und damit eines der ältesten Inklusionsunternehmen in Deutschland. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier zusammen. „Die Brücke“ beschäftigt 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 27 mit Behinderung. Im vergangenen Jahr wurde „Die Brücke“ dafür mit dem Inklusionspreis NRW ausgezeichnet.