Mut zur Kreativität: Design-Thinking-Seminar für Ehrenamtliche

26. Okt 2020

Mut zur Kreativität: Design-Thinking-Seminar für Ehrenamtliche

Achtung: Der folgende Text ist nichts für Menschen, die keine radikalen Optimisten sind, die ihre Neugier nicht pflegen und sich nicht trauen, Fehler zu machen. Viele Fehler. Zumindest sollten sie bereit sein, sich darauf einzulassen. Dann bekommen sie einen Einblick in eine spannende Kreativmethode.

Design Thinking kommt aus den USA, wurde dort Anfang der 1990er-Jahre im Silicon Valley entwickelt und ist ursprünglich für die Produktentwicklung gedacht. Dass es sich auch für die Entwicklung neuer Angebote im Ehrenamt eignet, erfuhren am Samstag die Teilnehmer*innen des Design-Thinking-Seminars im Rahmen der Akademie Ehrenamt in Witten. Referentin Carina Goffart stellte ihnen die Methode vor und nahm sie dann mit auf einen kreativen Kurztrip durch zwei beispielhafte Aufgabenstellungen.

„Drehe Kreise“ – diese Maßgabe ist typisch für den Design-Thinking-Prozess. Ausgehend von einer Fragestellung wird die Sicht der Zielgruppe beleuchtet und deren Wünsche identifiziert: Was genau möchten die Kund*innen? Welchen Job soll das Produkt oder das Angebot für sie erledigen? Die Fragen werden im Detail präzisiert und erste Ideen entwickelt. Dabei helfen Techniken wie freies Assoziieren. Dann schon werden erste Prototypen entwickelt.

„Das Prinzip ist, den Fokus immer weiter einzuengen, konkreter zu werden, und ihn dann wieder weiter zu machen, neue Ideen zuzulassen“, erläutert Carina Goffart. Die Tests der ersten Prototypen dürfen komplett schiefgehen. „Mache viele Fehler und mache sie früh“ – das ist ein Grundsatz des Design Thinking. Verbesserung entsteht aus der ständigen Weiterentwicklung der Ideen und der Prototypen. „Wenn das nicht zu einer guten Lösung führt, darf auch die anfängliche Fragestellung in Frage gestellt werden“, sagt Carina Goffart. „Denn vielleicht haben wie die Bedürfnisse der Zielgruppe nicht richtig erkannt oder daraus nicht die richtigen Fragen abgeleitet.“

Beim Design Thinking spielt Visualisierung eine wichtige Rolle. So wurde der Seminarraum im Ardey Hotel in Witten an diesem Samstag im Laufe des Tages immer bunter. Immer mehr Flipchart-Papier und kleinere Zettel mit Ideen und Stichworten klebten als Ergebnisse der Arbeit in Kleingruppen an den Wänden und Fenstern. „Wichtig ist, dass verschiedene Kreativtypen in einem Team zusammenarbeiten“, erläutert die Referentin. „Manche quellen über vor Ideen. Andere können diese strukturieren und kanalisieren. Wieder andere sind dabei gute Moderatoren.“ So ergänzen sich die Mitglieder In kreativen Teams.

Die Kleingruppen erarbeiteten zu ihren beispielhaften Aufgabenstellungen konkrete Ideen. Drei pro Gruppe: zwei, die für eine Umsetzung realistisch erscheinen, und ein sogenanntes „Dark Horse“. Eine Idee, die offensichtlich so abwegig ist, dass es sich gerade deshalb lohnt, noch einmal genauer hinzuschauen. Vielleicht verbirgt sich ja gerade dort eine mögliche Antwort auf die Ausgangsfrage.

Eine wichtige Erkenntnis dieses Seminar-Samstages war auch: Freies kreatives Arbeiten macht sehr viel Spaß und Design Thinking ist dafür eine mögliche Methode. Ein Hinweis noch zum Schluss: Die Methode ist so umfangreich, dass sie selbst an einem ganzen Schulungstag nicht komplett vermittelt werden konnte – und deshalb auch nicht in diesem Bericht über das Seminar, der nur die wesentlichen Grundlagen wiedergeben und einige Eindrücke vom Seminar vermitteln kann.

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