Wäscherei „Die Brücke“: mehr Arztpraxen, weniger Hotels

21. Mär 2020

Wäscherei „Die Brücke“: mehr Arztpraxen, weniger Hotels

Wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise – Kolping-Inklusionsunternehmen in Bad Lippspringe bietet Sicherheit in der Wäscheversorgung.

Seit 23 Jahren gibt es die Wäscherei „Die Brücke“ in Bad Lippspringe. Doch so eine Situation wie die aktuelle hat sie noch nicht erleben müssen. „Wir leben eindeutig in Corona-bewegten Zeiten“, sagt Christian Hoffbauer, Prokurist des Inklusionsunternehmens, das Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigt. Die Krise wirkt sich auf das Geschäft aus: Aus Hotels und Gastronomie kommt dieser Tage weniger Wäsche zur „Brücke“. Dafür steigt die Zahl der anfragenden Arztpraxen. „Es ist aber noch zu früh, jetzt schon zu sagen, was das in Zahlen ausmacht.“

Als Tochterunternehmen des Kolping-Bildungswerkes Paderborn gehören zwei der drei Kolping-Hotels im Erzbistum, das Hotel Aspethera in Paderborn und das Hotel Susato in Soest, zu den großen Kunden der Wäscherei. „Hier hängen wir beim Rückgang der Nachfrage sozusagen als zweites Glied in der Kette“, sagt Christian Hoffbauer. Bei den Hotels macht sich die Corona-Krise, wie überall in dieser Branche, unmittelbar durch Buchungsrückgänge und Stornierungen bemerkbar. „Weniger oder keine Gäste in den Hotels bedeuten, dass bei uns weniger Wäsche ankommt.“ Gleiches gelte für die Auftraggeber aus der Gastronomie, die in Bad Lippspringe ihre Wäsche waschen lassen.

Seit die ersten Corona-Fälle in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden, gehen bei der „Brücke“ gleichzeitig mehr Anfragen von Arztpraxen aus der Region ein. „Die Ärztinnen und Ärzte, meist Allgemeinmediziner, möchten sich rechtzeitig wappnen für den Fall, dass sie mit Corona-Patienten oder Verdachtsfällen zu tun haben“, berichtet Christian Hoffbauer. Die meisten bringen Kittel, Hosen und Oberteile in die Wäscherei.

Zwei Hauptwaschverfahren des Bad Lippspringer Inklusionsunternehmens waschen nach Paragraph 18 des Infektionsschutzgesetzes desinfizierend und sind dafür vom Robert-Koch-Institut zugelassen. Die „Brücke“ verfügt darüber hinaus über alle vier Gütezeichen der RAL-Gütegemeinschaft, unter anderem das Gütezeichen für Krankenhauswäsche und Bewohnerwäsche aus Pflegeeinrichtungen. Alle Waschverfahren werden regelmäßig vom Hohenstein Textile Testing Institut überprüft. „Wir hatten es für diesen Kundenkreis auch vorher schon mit den unterschiedlichsten Viren zu tun. Aus Sicht der Wäscherei sind letztendlich alle Viren gleich, egal ob sie Corona heißen oder anders.“

Unterm Strich kann die erhöhte Nachfrage der Ärzte das Minus bei Hotels und Gastronomie nicht ausgleichen, bilanziert Christian Hoffbauer. Eine Prognose möchte er derzeit nicht wagen: „Wie es weitergeht, hängt vor allem davon ab, wie lange dieser Ausnahmezustand andauert.“

„Die Brücke“ ist seit 1997 erfolgreich auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig und damit eines der ältesten Inklusionsunternehmen in Deutschland. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten hier zusammen. „Die Brücke“ beschäftigt 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 27 mit Behinderung. Im Jahr 2018 wurde „Die Brücke“ dafür mit dem Inklusionspreis NRW ausgezeichnet. Das Unternehmen engagiert sich auch bei den Kolping-Altkleidersammlungen. Als Dienstleister der Kolping-Tochter Kolping Recycling GmbH übernimmt es die Logistik für rund 380 Altkleider-Sammelcontainer im Erzbistum Paderborn, von der Leerung der Container bis zur Verladung.

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