Ein Brückenschlag für die Bildung – eine Vision für die Zukunft

31. Dez 2020

Ein Brückenschlag für die Bildung – eine Vision für die Zukunft

Berenice Zenteno hat es geschafft. Sie hat sich ihren Traum von einem Masterstudium in Spanien erfüllt. Im Herbst schloss die junge Mexikanerin erfolgreich ihr Design-Studium in Madrid ab. Doch der Weg dorthin war steinig. Mittels eines zinslosen Darlehens aus dem Sozialfonds des Kolpingwerkes haben wir Berenice bei ihren Plänen unterstützt. Über das Leben in Mexiko, die Hürden des Visums-Antrages, die Herausforderung in einem neuen Land Fuß zu fassen und die Visionen für ihre berufliche Zukunft hat Berenice mit uns gesprochen.

„Mein Name ist Laura Berenice Zenteno Mendoza. Ich komme aus Chiapas, Mexiko. Ich bin an einem 19. Dezember in Tuxtla Gutiérrez geboren, vor 28 Jahren. Von Beruf bin ich Graphikdesignerin und habe mich 2015 mit meinem eigenen kleinen Unternehmen Tramodi für handgefertigten Schmuck selbstständig gemacht. Ich stehe meiner Familie sehr nahe und es macht mich glücklich, sie an meinen Entscheidungen zu beteiligen. Meine Familie ist ein wichtiger Teil meines Weges. Sie hat mich immer darin bestärkt, meine Visionen zu verfolgen und mich ermutigt, nicht aufzugeben. Sie hat mich auch gelehrt, verantwortlich und dankbar zu sein für das, was ich habe.“

2013 schließt Berenice in Mexiko ihr Bachelorstudium ab und gründet 2015 ihr Unternehmen Tramodi, das die Grundlage für ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung ist und die Richtung für ihre weiteren Studienwünsche vorgibt. 

„Seit Juli 2017 bin ich Mitglied im Kolpingwerk Mexiko, welches ich über den solidarischen Markt Tianguis, einen Raum für fairen Handel, der die lokale Wirtschaft in Chiapas unterstützt, kennenlernen durfte. Nach und nach wurde mir klar, dass sich das Kolpingwerk nicht nur um den Tianguis dreht, sondern viele weitere Aktivitäten umfasst, zur Integrations- und Bildungsarbeit und zur internationalen, solidarischen Zusammenarbeit. Das Kolpingwerk hat mich von Anfang an begeistert und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.

Ich sehe mich als eine junge, dynamische Frau, die stets nach neuen Erkenntnissen sucht. Ich genieße es zu lernen, zu teilen und beruflich und persönlich zu wachsen. Das Interesse an der Weiterentwicklung meines Unternehmens und mich selbst weiterzubilden, war es, das mich antrieb nach einem Masterstudium zu suchen, das mir neue Horizonte eröffnen sollte. 

Nach einer langen Suche entschloss ich mich, mich für einen Master in Design für Modeaccessoires am Instituto Europeo di Design in Madrid zu bewerben. Es ist eine renommierte Universität in Europa, weshalb das Studium für mich mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden war. Ich musste mich um Stipendien bewerben.“

Ein Schmuckstück aus der Kollektion von Berenice Zenteno

Berenice bewirbt sich für ein Stipendium am IED durch die Entwicklung eines Projektes, das sie im Rahmen der Bewerbung der Jury vorstellt. Und erhält eines von zwei internationalen Stipendien, um im Oktober 2018 den Master zu beginnen.
„Der Moment, als mich die Nachricht erreichte, dass ich die Möglichkeit hatte, an meiner Traumuniversität zu studieren, war der Moment, in dem ich begann, alle Dokumente vorzubereiten und das Visum zu beantragen. Es war ein langer Prozess mit vielen Hürden und viel Bürokratie. Vor allem wurde mir die Prüfung der finanziellen Rücklagen zum Verhängnis. Zwei Visums-Anträge wurden aus diesem Grund abgelehnt. 

Doch durch die Unterstützung des Kolpingwerkes Paderborn und die Aufrechterhaltung der Zusage des Stipendiums der Universität wurde mir das Visum für Oktober 2019 schließlich genehmigt.“  Am 12. Oktober ist es soweit und Berenice kann endlich ihre Reise nach Madrid antreten. 

„Allein in einem anderen Land zu leben, tausende Kilometer von Zuhause entfernt mit einem Herz voller Illusionen und vielen Erwartungen. Am ersten Unterrichtstag ging es um aktuelle Trends. Tatsächlich hatte ich keine Ahnung von Modefirmen. Ich musste einiges nachholen. Mein erstes Modul war schwer. Alles war neu: die Stadt, die Wege, die Fächer des Masters, neue Formen des Lernens und des Lehrens, eine Kollektion zu designen, Moodboards zu kreieren - alles von einer Inspiration gesteuert, die einen Ursprung hat, ein „Warum“, sei es historisch, emotional, kulturell oder rational. 

So vergingen die Module und die Projektentwicklung wurde etwas einfacher. Ich habe Inspirations- und Designprozesse kennengelernt und hatte sogar das Gefühl, dass die Projekte wie von selbst entstanden. Ich hatte das Gefühl, dass ich große Fortschritte machte und das machte mich sehr glücklich. Die Inhalte der Fächer begeisterten und überzeugten mich. Einmal bekam ich sogar ein Abzeichen, weil ich die Beste im Kurs war. Während der ganzen Zeit wurde ich immer zu 100 Prozent von meiner Familie und meinen Freunden unterstützt. Sie haben mich darin bestärkt, dass ich gut bin in dem was ich tue. 

Aber meine Entwicklung geschah nicht nur auf professioneller Ebene, sondern auch auf persönlicher. Zu verstehen, dass ich stark, mutig und unabhängig bin, dass ich kilometerweit von Zuhause entfernt sein kann und mich das nicht davon abhält, zu erreichen was ich mir vornehme.“

Im Oktober 2020 schloss Berenice ihren Master in Madrid erfolgreich ab. Ende des Monats trat sie ihre Heimreise nach Mexiko an. Mit dem abgeschlossenen Master will Berenice ihre Kenntnisse nun in Mexiko in die Praxis umzusetzen, mit anderen Techniken und neuen Materialien arbeiten, eine neue Kollektionen für Tramodi entwickeln, das Image ihres Unternehmens verändern und ihre Erfahrungen in Workshops teilen. 

„Ich würde mich freuen, nach Spanien zurückzukehren, um weitere praktische Berufserfahrung zu sammeln. Über die Universität gibt es die Möglichkeit von Praktika in kooperierenden Unternehmen. Vielleicht bewerbe ich mich in den kommenden Monaten.“

Dieser Beitrag ist auch erschienen in der Ausgabe 4/2020 unseres Magazins PRAXIS & NAH

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