„Wir verpassen viele Vorteile, wenn wir nicht koordiniert zusammenarbeiten“

04. Aug 2026

„Wir verpassen viele Vorteile, wenn wir nicht koordiniert zusammenarbeiten“

Partnerschaft lebt von Begegnungen. Ein internationaler Workshop beim mundus Eine Welt e. V., der Besuch eines Kolpingjugend-Ferienlagers im Sauerland, das Libori-Fest in Paderborn und viele weitere Gespräche waren gute Gelegenheiten, die Beziehungen zu unseren Partner-Kolpingwerken in Mittelamerika sowie Vietnam aufzufrischen und zu vertiefen.

Freiwilligendienste

Ende Juli waren Katia Fernandez Mena (Kolping Costa Rica), Linh Le Thi Thuy (Kolping Vietnam), Ramiro Aguilar (Kolping Honduras) und Eugenio de Jesús Jiménez (Kolping Dominicana) zu Gast in unserem Diözesanverband. Gemeinsam mit Daniel Fissenewert, Diözesansekretär von Kolping Paderborn, nahmen sie am Partnerworkshop des mundus Eine Welt e. V. teil. Organisationen aus aller Welt waren dabei, sowohl in Präsenz in Paderborn als auch online zugeschaltet, um Erfahrungen mit Freiwilligendiensten auszutauschen und sich gegenseitig besser kennenzulernen.

Mundus koordiniert die internationalen Freiwilligendienste, unter anderem den Süd-Nord-Freiwilligendienst, bei dem seit einigen Jahren junge Menschen aus dem globalen Süden ein Jahr lang im Kolping-Diözesanverband Paderborn zu leben und zu arbeiten.

Anfang September kommen die Freiwilligen des neuen Jahrganges bei uns an. Maureen Daniela Madriz Guevara aus Costa Rica, Marcelo Rodriguez aus Honduras, Oldalina Castillo Frías aus der Dominikanischen Republik und Trinh Than Tien aus Vietnam werden ihre Einsatzstellen in verschiedenen Einrichtungen des Kolping-Bildungswerkes Paderborn haben.

Bildungsangebote

Einen Erfahrungsaustausch zum Thema Bildung gab es mit den Referent*innen des Diözesanbüros und der Abteilung Erwachsenenbildung und mit dem Diözesanvorsitzenden Winfried Henke im Hotel Aspethera in Paderborn. Dabei stehen die Kolpingwerke in Costa Rica, Honduras und Paderborn vor vergleichbaren Herausforderungen, wenn auch mit unterschiedlichen Ausprägungen. So führt der demografische Wandel zu rückläufigen Mitgliederzahlen; Vorstandsämter können immer häufiger nicht neu besetzt werden. Die Vernetzung vom Verband zu den einzelnen Kolpingsfamilien, aber auch der Kolpingsfamilien untereinander, hat noch Potenzial. Und eine wesentliche Herausforderung besteht darin, neue Zielgruppen zu identifizieren und zu erreichen.

In Costa Rica mit landesweit 15 Kolpingsfamilien liegt ein Großteil der Arbeit bei der Leiterin Katia Fernandez Mena. Sie ist die einzige hauptberufliche Mitarbeitende von Kolping Costa Rica und deshalb bei Bildungsangeboten in den Kolpingsfamilien oft selbst als Referentin im Einsatz. Gemeinsam mit den Kolpingsfamilien arbeitet sie darauf hin, eine bessere Vernetzung voranzutreiben und die Eigeninitiative bei der Planung und Durchführung von Bildungsveranstaltungen vor Ort zu stärken.

Ramiro Aguilar, der als Agraringenieur in Honduras Kaffeeproduzent*innen betreut und dabei unter anderem Fortbildungen anbietet, sieht eine große Herausforderung darin, den Übergang der Kaffee-Fincas auf die kommenden Generationen zu gewährleisten. Die Arbeit habe oft das schlechte Image: „Harte Arbeit, wenig Geld“, berichtet er. Bei seinen Angeboten gehe es deshalb unter anderem darum, ein Verständnis dafür aufzubauen, die Kaffeeproduktion als Unternehmen zu sehen und zu positionieren und nicht darum, ein Familienerbe antreten zu müssen, dass man eigentlich nicht wolle. „Deshalb muss ein möglichst großer Anteil der Lieferkette und damit des Erlöses auf den Fincas bleiben“, erläutert der Agraringenieur.

Jugendarbeit

Zeltlager der Kolpingjugend Clarholz in Medelon im Sommer 2026

Auch der Besuch der diesjährigen Ferienfreizeit der Kolpingjugend Clarholz in Medelon im Sauerland stand auf dem Programm der internationalen Gäste. 90 Kinder und Jugendliche mit rund 35 Begleiter*innen haben im Sauerland für zwei Wochen im wahren Sinn des Wortes ihre Zelte aufgeschlagen. Die Gäste informierten sich dort über das Konzept der Kolping-Ferienfreizeiten und über das Programm der Kolpingjugend Clarholz.

Anschließend besuchte die Gruppe die „Kleine Offene Tür“ im Kolpinghaus Medebach, das sich an Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren richtet und von der Leiterin Carolin Wahle vorgestellt wurde. Die „Kleine Offene Tür“ ist ein offener Kinder und Jugendtreff: Alle Kinder und Jugendlichen, die Lust haben, mit anderen ihre Freizeit zu gestalten, sind dort willkommen. Jeden Tag wird ein Programm angeboten, unter anderem mit Billard, Dart und Kicker, Kochen und Backen. Die Jugendlichen können auch eigene Ideen einbringen.

Zusammenarbeit führt zum Erfolg

Lebendiger Austausch und gegenseitiges Voneinander-Lernen sind die großen Chancen vitaler Partnerschaften bei Kolping – das hat der Besuch der Partner*innen in Paderborn gezeigt. Katia Fernandez Mena fasste es treffend in einem Satz zusammen: „Wir verpassen viele Vorteile, wenn wir nicht koordiniert zusammenarbeiten.“

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