25. Mär 2026

Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit – auf diesen Weg haben sich die Teilnehmenden der „DenkPause unterwegs“ am vergangenen Samstag (21. März 2026) im Biebertal bei Menden im Märkischen Sauerland begeben. Die „DenkPause“ ist ein Veranstaltungsformat von Kolping Paderborn, das Begegnungen und Gespräche ermöglicht, aber auch inhaltliche Impulse zu jeweils einem Schwerpunktthema bietet. Auf ihrer rund neun Kilometer langen Wanderung setzten sich die Teilnehmenden am Samstag mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen auseinander.
2015 haben sich die Vereinten Nationen auf die „Agenda 2030“ verpflichtet und 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, die Sustainable Development Goals, kurz SDGs. Diese 17 Ziele umfassen neben dem Bereich Umwelt auch die Themenfelder Würde, Menschen, Wohlstand, Gerechtigkeit und Partnerschaft – und machen deutlich, dass es bei Nachhaltigkeit um mehr geht als um Klimaschutz. Keines dieser 17 Ziele steht allein; jedes hängt mit den anderen zusammen.
Im Mai 2023 hat UN-Generalsekretär António Guterres den Halbzeitbericht zur Agenda 2030 vorgelegt. Er war ernüchternd: Die Weltgemeinschaft müsse ihre Bemühungen umgehend beschleunigen, um die Agenda 2030 noch erfolgreich umsetzen zu können, sagte er damals. Angesichts dessen ging es bei der Wanderung durchs Biebertal auch um die Frage: Können wir die Nachhaltigkeitsziele überhaupt noch erreichen?
„Ebenfalls 2015 erschien die Enzyklika ‚Laudato si’ von Papst Franziskus“, darauf wies Sigrid Stapel hin, Referentin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit bei KOLPING INTERNATIONAL. Sie begleitete die Wanderung als Referentin mit Impulsen zu den Nachhaltigkeitszielen. „SDGs und ‚Laudato si’‘ sind zwei Stimmen: die eine politisch, die andere spirituell. Und doch sprechen sie dieselbe Sprache: die Sprache der Verantwortung, der Gerechtigkeit und der Hoffnung.“
„Engagement bei KOLPING war schon SDG‑Arbeit, lange bevor es den Begriff gab, aber heute können wir ihn bewusst nutzen.“
Sigrid Stapel,
KOLPING INTERNATIONAL
Für die Stationen unterwegs hatte Sigrid Stapel beispielhaft einige der 17 SDGs ausgewählt, unter anderem „Keine Armut“ (Ziel 1), „Kein Hunger“ (Ziel 2), „Klimaschutz“ (Ziel 13) und „Friedliche und inklusive Gesellschaft“ (Ziel 16). Und dabei immer wieder die Frage: Was heißt das für uns als KOLPING? „Brücken zu bauen wird wichtiger denn je. In einer fragmentierten Welt, in der nationale Egoismen und geopolitische Spannungen die internationale Politik stärker denn je prägen, braucht es starke zivilgesellschaftliche Stimmen, die den Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit entschlossen fortsetzen“, betonte die Referentin. KOLPING sei eine dieser Stimmen – eine starke zudem, mit rund 400.000 Mitgliedern in über 9.000 Kolpingsfamilien in 60 Ländern weltweit.
„Engagement bei KOLPING war schon SDG‑Arbeit, lange bevor es den Begriff gab, aber heute können wir ihn bewusst nutzen,“ so brachte es Sigrid Stapel auf den Punkt. Dabei beginnt das Engagement im Kleinen. „Wo erlebe ich aktuell Spannungen, Spaltung oder Ungerechtigkeit in meinem Umfeld und was kann ich tun, um Frieden und Respekt zu fördern? Mit wem könnten wir als Kolpingsfamilie eine Partnerschaft eingehen, die uns gegenseitig stärkt und näher an die SDGs bringt?“ Unter anderem mit diesen Fragen waren die Teilnehmenden unterwegs und konnten die Wanderung zum Austausch darüber nutzen.
Bei einer Pause an einem Bach lud Brigitte Viermann, Geistliche Leiterin von Kolping Paderborn, zu einer Atempause ein. „Dieser Wald und dieser Bach sind keine Kulisse, sie sind unsere Lebensversicherung“, betonte sie. „Nachhaltigkeit bedeutet: nicht mehr zu verbrauchen, als nachwächst. So wie der Wald es seit Jahrtausenden tut. Atem holen heißt: Kraft zu sammeln, um für diese Ziele einzustehen. Nicht aus Angst vor der Krise, sondern aus Liebe zum und Achtung vor dem Leben, aus dem Auftrag Gottes zur Bewahrung der Schöpfung.“