Die Welt im Widerhall der Herzen: 60 Jahre "Gaudium et Spes" - Gedanken von Diözesanpräses Sebastian Schulz

07. Dez 2025

Die Welt im Widerhall der Herzen: 60 Jahre "Gaudium et Spes" - Gedanken von Diözesanpräses Sebastian Schulz

Am 7. Dezember 1965, also heute vor 60 Jahren, wurde beim Zweiten Vatikanischen Konzil der Text „Gaudium et Spes“ (Freude und Hoffnung) verabschiedet. Das war der mutige Versuch, die Sorgen, Hoffnungen, Fragen und Ängste der Menschen unserer Zeit mit dem Evangelium ins Gespräch zu bringen.

Gleich der erste Satz bringt das auf den Punkt: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi.“

Das ist mehr als eine schöne Formulierung. Es ist ein Perspektivwechsel: Die Kirche schaut nicht von außen auf die Welt, sondern stellt sich bewusst an die Seite der Menschen. Sie versteht sich nicht als Gegenwelt, sondern als Weggefährtin. Sie ist mittendrin im Leben mit all seinen Spannungen, Fragen, Bruchstellen.

"Gaudium et Spes" markierte eine neue Selbstwahrnehmung: Die Kirche als Teil der Welt, in Beziehung zu ihr. Offen für Veränderungen, ohne ihre Identität aufzugeben. Genau das zeigt dieses Konzilsdokument bis heute: Wandel muss kein Verlust sein. Es kann vielmehr Ausdruck gelebter Sendung werden.

Gedanken dazu von unserem Diözesanpräses Sebastian Schulz:

Die Welt im Widerhall der Herzen

Was wahrhaft menschlich ist,
berührt uns im Innersten
und findet Widerhall in unseren Herzen.

Wir spüren die Freude der Menschen
wie ein Echo von Wärme und Licht.

In uns flammt ihre Hoffnung
wie eine zarte Flamme im kalten Wind.

In uns leuchtet ihre Trauer
wie ein Stern, der erloschen ist.

Uns begleitet ihre Angst
wie unser Schatten im gleißenden Gegenlicht.

Wir teilen das Brot der Nähe,
das uns und der Welt Nahrung gibt.

Wir sprechen Worte voll Liebe und Trost
über leere Körbe, schwer vor Last.

Wir sind gerufen.
Gehen hinaus
auf die staubigen Wege der Gegenwart,
auf die kurvigen Straßen des Kommenden,
zu Wunden und Wundern,
zu kantigen Fragen
und zu den zarten Antworten,
zum vorsichtigen Zögern
und zur schweigenden Sehnsucht.

Wir leben im Hoffnungslicht.
Bezeugen die Liebe,
lebendig durch Christus
mitten in dieser Welt.

Wir sind pilgernde Kirche.
Ein Resonanzkörper
für Hoffnung und Freude,
für Trauer und Angst
der Menschen.
Heute.

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