"Ehrenamt in den Handwerkskammern ist unbezahlbar"

02. Nov 2021

"Ehrenamt in den Handwerkskammern ist unbezahlbar"

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, Dr. Jens Prager, diskutierte die Bedeutung des Ehrenamtes für die Handwerkskammern mit den Kolping-Mandatsträger*innen.

Schon die Ankündigung der Veranstaltung machte die Bedeutung der Mitwirkung von Ehrenamtlichen aus dem Kolpingwerk Paderborn deutlich. Frei nach Loriot hieß es hier: „Eine Kammer ohne Kolping ist möglich, aber nicht sinnvoll.“ 

Die Arbeit in den drei Kammern im Gebiet des Kolpingwerkes Paderborn (Arnsberg, Bielefeld und Dortmund) stand im Mittelpunkt des Treffens, bei dem Dr. Jens Prager seine Sichtweise des Ehrenamtes darlegte.

Zunächst begrüßte der stellvertretende Diözesanvorsitzende Konrad Bröckling die Vertreter*Innen der Vollversammlungen, Berufsbildungs- und Prüfungsausschüsse zu diesem Arbeitsfrühstück im Hotel Susato in Soest: „Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag  in den Gremien der Handwerkskammern. Dafür bedanke ich mich. Als Diözesanverband möchten wir mit diesem Arbeitsfrühstück ein kleines Zeichen unserer Wertschätzung deutlich machen“, so Bröckling.

Diözesansekretär Daniel Fissenewert ging auf die Entwicklung der Selbstverwaltung der Handwerkskammern und die Vertretung der Handwerksbetriebe als Arbeitsgeber*innen und der Arbeitnehmerschaft, vertreten durch Kolping und DGB, ein. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Mitwirkungsmöglichen von Arbeitnehmer*innen entwickelt, die heute nicht mehr wegzudenken seien. An dieser Entwicklung hat Adolph Kolping mit seinem Wirken und der Gründung der Gesellenvereine einen maßgeblichen Anteil.

Dr. Jens Prager nahm in seinem Vortrag zunächst auf die Corona-Pandemie und deren Auswirkungen für Gesellschaft und Handwerk Bezug. Die Pandemie habe den Wert der direkten Kommunikation gezeigt. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmer*innenseite (Kolping und DGB) sind alle Beteiligten gut durch diese Zeit gekommen. 

Die Mitbestimmung von Arbeitnehmer*innen in den Handwerkskammern sei hart erkämpft und nicht selbstverständlich: Es sind Ehrenamtliche, die sich in den Organen der Kammern engagieren – "…und dieses Engagement ist für uns unbezahlbar!" Allein im Prüfungswesen der Kammern sind in NRW rund 20.000 Personen tätig. Würde man diese Tätigkeit, zusammen mit den vielen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, wirtschaftlich bewerten, so müssten in NRW jährlich 25 Millionen Euro aufgebracht werden. 

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen zu Bielefeld nennt für die anschließende Diskussion vier Herausforderungen:

  1. Die Arbeitnehmer sind für die Kammern nur über die Partner*innen von Kolping und DGB erreichbar. Dies ist der Königsweg und bedeutet ein gutes Miteinander der Listenführer*innen dieser Organisationen.
  2. Der Mehrwert und die Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit muss immer wieder dargestellt werden.
  3. Die Weiterbildung der Mandatsträger*innen muss gesichert sein. Dies sollte durch eine Bündelung der Angebote durch die Handwerksakademie auf Schloss Raesfeld geschehen.
  4. Die größte Herausforderung ist der Fachkräftemangel. Hier gibt ein Blick in die Zukunft allen Anlass zur Sorge.
Die Mandatsträger*innen griffen diese Herausforderungen in der anschließenden Diskussion auf und stellten ihre Sichtweisen, aber auch Anregungen und Forderungen an die Arbeit in den Kammern dar.

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