Handwerk setzt auf Ehrenamt - Arbeitnehmer*innentagung der Handwerkskammer Südwestfalen

30. Nov 2022

Handwerk setzt auf Ehrenamt - Arbeitnehmer*innentagung der Handwerkskammer Südwestfalen

Die Gruppe der Arbeitnehmer*innenvertretung in den Organen der Handwerkskammer Südwestfalen hat sich im Arnsberger Rodelhaus zu ihrer jährlichen Tagung getroffen. Vertreter*innen von Gewerkschaften, DGB und Kolping engagieren sich in der Selbstverwaltung der Handwerkskammer und nehmen die Interessensvertretung von fast 60.000 Beschäftigten und 5.500 Auszubildenden in knapp 12.000 Betrieben des Handwerks in der Region wahr.

Michael Neuhaus, Arbeitnehmervizepräsident der Kammer, gab einen intensiven Einblick seiner Arbeit vor Ort und in den überregionalen Gremien. Er stellte die Wichtigkeit des Ehrenamtes heraus und warb dafür, sich als Arbeitnehmer*in in den Gremien zu engagieren. „Das Handwerk hat nicht nur immer noch goldenen Boden, es lebt auch vom ehrenamtlichen Engagement“, so die Botschaft des Arbeitnehmervizepräsidenten.

Diesen Aspekt nahm Janosch Tillmann von der Abteilung Handwerkspolitik beim DGB-Bundesverband in seinem Beitrag auf. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Gremien der Handwerkskammer sind Teil der Demokratie in Deutschland, genauso wie Vertreterinnen und Vertreter in den Kommunen, im Land- oder Bundestag. Mit diesem Selbstbewusstsein und diesem Auftrag sollten wir uns in die Handwerkskammerarbeit einbringen.“ Tillmann war aus Berlin zugeschaltet. 

Inhaltlich beschäftigten sich die Teilnehmenden neben der Digitalisierung auch mit den Themen: Attraktivität von Handwerksberufen, den Auswirkungen der Transformation, Klimawandel und die Lieferkettenproblematik. Werner Hellwig von Kolping betonte: „Die Transformation berührt uns alle. Wir nehmen eine Verunsicherung wahr, in den Betrieben, im Handwerk und in der öffentlichen Debatte. Viele fragen sich: Wo bleibe ich?“ 

Auch die Tarifpolitik stand zur Debatte. Ingo Degenhardt brachte es auf den Punkt: „Wir müssen feststellen, dass Arbeitsverhältnisse in Handwerksbetrieben immer seltener auf verbindlichen Tarifverträgen beruhen. Viele Firmen gehören keiner Innung mehr an oder die Innungen ziehen sich aus dem Tarifgeschäft zurück. Da müssen sich Betriebe nicht wundern, wenn sie keine Fachkräfte finden. Das ist keine gute Entwicklung.“

Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, Hendrik Schmitt, war zu Gast und gab einen Einblick in die aktuellen Planungen und Zielsetzungen der Kammer. Den Vertreter*innen der Arbeitnehmerseite dankte er für das Engagement und die konstruktive Mitarbeit.

Michael Neuhaus fasste die Ergebnisse der Tagung abschließend zusammen: „Die Transformation ist vielschichtig und entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Sie berührt uns und sie
geht uns alle etwas an. Um die Zukunft und die Herausforderungen in der Energiewende zu meistern, brauchen wir innovative Handwerkerinnen und Handwerker mit einer guten Ausbildung, mit guten Arbeitsbedingungen und der Möglichkeit sich in die Gremienarbeit einzubringen, mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen“, so der Arbeitnehmervizepräsident.

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