30. Aug 2025

Laut einer Analyse des Instituts der Wirtschaft werden bis 2030 rund fünf Millionen Fachkräfte in Deutschland fehlen. Andere Prognosen gehen davon aus, dass jährlich 400.000 Personen zur Schließung der Lücke einwandern müssen. Hier setzt die Kolping Recruiting & Integration GmbH (KRI), eine gemeinsame Unternehmung von Kolping Mainfranken und Kolping Paderborn, an. Sie rekrutiert und integriert qualifizierte Fachkräfte aus dem Globalen Süden für deutsche Pflegeeinrichtungen.
Was die Aktivitäten von anderen Recruiting-Agenturen unterscheidet, ist der ganzheitliche, soziale Ansatz: Die KRI hat sich zum Ziel gesetzt, den Gesamtprozess von der Anwerbung im Herkunftsland bis zur Integration im zukünftigen Heimatland der Fachkräfte transparent zu gestalten und zu begleiten und damit stets den Menschen in den Blick zu nehmen – ganz im Sinne Adolph Kolpings.
Die enge persönliche Begleitung vom ersten Kontakt im Herkunftsland bis zur Integration beim zukünftigen deutschen Arbeitgeber zu ermöglichen, fußt auf der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern des weltweiten Kolping-Netzwerkes, wie mit der Partnerorganisation Kolping Mexiko. Jedes Jahr schließen in Mexiko 20.000 junge Menschen eine Ausbildung als Pflegefachkraft ab. 80 Prozent von ihnen haben keinen würdigen Arbeitsplatz. Qualifizierte Arbeitskräfte, die im Land keine Stelle finden, sind oft junge Menschen, die ihre berufliche Zukunft in einem anderen Land sehen. Dies unterstreicht Rafael Jacobo, Leiter von Kolping Mexiko: „Wir erleben einen globalen Arbeitsmarkt. Warum sollen Landesgrenzen Menschen daran hindern, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen?“.
Durch die Unterstützung der KRI bei der Sprachqualifizierung, der Beantragung des Visums, der Anerkennung des mexikanischen Berufsabschlusses, der Auswahl des zukünftigen Arbeitgebers und der Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt in Deutschland konnte Hector Elizalde Gonzaga, eine engagierte Pflegefachkraft aus Mexiko, im Mai 2025 sein neues Leben in Deutschland beginnen:
„Meine ersten Tage waren für mich sehr interessant, aber auch mit vielen Emotionen. Als erstes hatte ich ein bisschen Angst, ein neues Land, oder besser eine neue Welt kennenzulernen. Ich war immer aufgeregt, aber auch zufrieden. Hier in Deutschland habe ich nette und angenehme Leute kennengelernt, die mir sehr geholfen haben, mich willkommen zu fühlen. Bei der Arbeit sind alle Mitarbeiter sehr höflich und helfen mir jeden Tag, besser mit den Bewohnern zu kommunizieren. Kolping hat nette Mitarbeiter und bin froh über ihre Unterstützung, um mein Heimatland nicht viel zu vermissen. Würzburg ist eine schöne Stadt mit höflichen Menschen, wunderbaren Sehenswürdigkeiten und leckerem Wein. Ich könnte hier mein ganzes Leben bleiben.“
In den nächsten Monaten wird Hector bis zur endgültigen Anerkennung weiterhin eng durch die KRI begleitet. Neben den bürokratischen Prozessen wie der Verlängerung des Aufenthaltstitels, stehen vor allem die weitere Sprachqualifizierung sowie die Unterstützung bei der Integration und der fachlichen Weiterentwicklung im Mittelpunkt.
Fest verankert im Wertefundament von Kolping versteht die KRI ihr Handeln als den ganzen Menschen umfassenden, lebensbegleitenden Prozess, der die Würde des*der Einzelnen achtet und wahrt. Adolph Kolping hat dasselbe mit jungen Handwerkern getan und zu ihrer gesellschaftlichen Integration und Anerkennung aufgerufen. In diesem Sinne trägt die Kolping-Gemeinschaft dazu bei, Menschen zu unterstützen, die in unserem Land eine berufliche und persönliche Zukunft suchen.