04. Dez 2025

Am heutigen Kolping-Gedenktag jährt sich der Todestag Adolph Kolpings zum 160. Mal - und das in dem Jahr, in dem Kolping Deutschland als Sozialverband sein 175-jähriges Jubiläum gefeiert hat. Aus der Idee des Schuhmachers, Priesters und Gesellenvaters Adolph Kolping ist ein weltumspannendes Netzwerk geworden. Seine Idee hat seinen Tod weit überdauert und ist heute noch lebendig.
Adolph Kolping, geboren 1813 in Kerpen bei Köln, war nicht nur Priester, sondern auch ein visionärer Sozialreformer, der die katholische Soziallehre maßgeblich prägte. Prägende Erfahrungen in seiner Kindheit und Jugend und in seinen ersten Berufsjahren als Geselle veranlassten ihn, die sozialen Herausforderungen seiner Zeit aktiv anzugehen. In einer Zeit des industriellen Wandels und der daraus entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten setzte sich Kolping für die Rechte der Arbeiter und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein.
Die katholische Soziallehre, die auf der Würde jedes Menschen, der Solidarität und der Subsidiarität beruht, fand in Kolping einen engagierten Vertreter. Er sah die soziale Frage nicht nur als politisches oder wirtschaftliches Problem, sondern als eine moralische Herausforderung, die die gesamte Gesellschaft betrifft. In seinen Schriften und Reden forderte er eine gesellschaftliche Verantwortung, die über individuelle Interessen hinausgeht.
Als „Kolpings Kehrtwende“ bezeichnet Kolping Deutschland auf seiner Internetseite Kolpings Zeit als Kaplan in Elberfeld (1845 bis 1849). „Elberfeld war ein Sinnbild der industriellen Revolution. Fabriken und verarmte Arbeiter prägten das Stadtbild“, heißt es dort. „In der St. Laurentius Kirche lernte Kolping den Lehrer Johann Gregor Breuer kennen. Diesem war es gelungen, meist junge Handwerker aus der Gemeinde in einem Chor, später in dem am 6. November 1846 gegründeten ‚Katholischen Jünglingsverein zu Elberfeld‘, zusammenzubringen. Kolping war begeistert, denn er sah darin ein geeignetes Mittel zur Bewältigung der sozialen Probleme, und so engagierte er sich immer mehr in dem Verein. Kolping war beseelt von der Idee, in anderen Orten Gesellenvereine zu gründen und den jungen Handwerkern eine Zufluchtsstätte zu gewähren.“

Aus dieser Idee ist bis heute eine Weltfamilie mit rund 9.000 Kolpingsfamilien in 60 Ländern weltweit geworden. Einen Eindruck davon vermittelte das Jubiläumsfest Anfang Mai dieses Jahres in Köln.
Einen Einblick in die Geschichte unseres Verbandes, auch in manche nicht so bekannten Details, gibt unsere Reihe "Zu Gast bei Gerd Tietz". Unser ehemaliger Diözesanvorsitzender Gerd Tietz, ein ausgewiesener Kenner dieser Geschichte, erzählt in seinen Videos auf unserem YouTube-Kanal unter anderem von Paderborns Beitrag zur Gründung des Kolpingwerkes und zum Wirken Adolph Kolpings in der Sozialen Frage.
Allen Kolpingsfamilien und Kolpinggeschwistern, die heute oder in den kommenden Tagen den Kolping-Gedenktag zur Erinnerung an den Todestag Adolph Kolpings feiern, wünschen wir eine schöne und gesegnete Feier!