Freie Fahrt für das Fahrradprojekt Trayecto Urbano

29. Mär 2021

Freie Fahrt für das Fahrradprojekt Trayecto Urbano

So schnell ging es noch nie: Nicht einmal eine Stunde hat es gedauert, da war das erste Spendenprojekt aus dem Projektkatalog des Kolpingwerkes Paderborn vergeben. Das Vorhaben, das so schnell eine finanzielle Förderung fand, ist die Unterstützung des Fahrradgeschäftes Trayecto Urbano in Querétaro in Mexiko.

Im vergangenen Jahr von drei Aktivist*innen gegründet, macht nicht nur die große Nachfrage den Ausbau der Kapazitäten notwendig. Trayecto Urbano ist viel mehr als ein Fahrradgeschäft: Die Betreiber*innen geben Workshops und beraten die Verantwortlichen in Querétaro in Sachen Ausbau der städtischen Fahrrad-Infrastruktur.

Viviana Ledesma, Ingenieurin und Kolpingschwester aus Querétaro, leitete vor zwei Jahren für das Kolpingwerk Mexiko eine internationale Jugendbegegnung zum Thema Klimaschutz, die Klimadialoge, zwischen den partnerschaftlich verbundenen Kolpingwerken in Mexiko und Paderborn. Heute setzt sie mit ihrem kleinen Unternehmen ihre Überzeugung in die Praxis um: „Unser Ziel ist es, Beratung für Infrastrukturprojekte anzubieten, um die Fahrradmobilität in Querétaro zu verbessern und zu erweitern.“ Die junge Gründerin ist Teil des dreiköpfigen Teams von Trayecto Urbano, was so viel bedeutet wie „städtische Route“.

Neben Viviana Ledesma als Ingenieurin und technische Beraterin sind Mechaniker Guillermo Gaeta und Nataly Baños als Verantwortliche für die Administration und Öffentlichkeitsarbeit Teil des Projektes. Zu dritt betreiben sie die Werkstatt, geben Fortbildungen zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung und bringen das Unternehmen nach ihren Überzeugungen voran.

„Vor einiger Zeit begannen wir mit einem Reparatur-Workshop. Aber da wir dringenden Bedarf sahen, die Fahrradmobilität an sich zu fördern, haben wir es für sinnvoll erachtet, auch Workshops zum Thema Verkehrssicherheit zu geben“, beschreibt Viviana Ledesma die Anfänge. „Wir möchten mit Behörden und Einzelpersonen zusammenarbeiten. Wir haben bereits einen Katalog von Fahrradabstellplätzen. Diesen Monat haben wir unseren Fahrradkurier- und Lieferdienst gestartet, der den lokalen Handel unterstützen soll.“

Förderung der Fahrradmobilität durch das Projekt Trayecto Urbano

"Unser Ziel ist kein Geringeres, als den öffentlichen Raum für das Fahrrad zurückzuerobern.“

Viviana Ledesma

In Mexiko ist das Fahrrad stigmatisiert und stereotypisiert. Das Auto gilt als Symbol des Fortschritts. Die Stadtplanung vernachlässigt die Fußgänger und Radfahrer – so ordnet Viviana Ledesma die Situation ein. „Wir möchten nicht irgendein Fahrradladen sein. Wir wollen, dass jede*r Kund*in über Farben und Formen hinaus kauft, die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse der Umwelt kennt und die bestmögliche Entscheidung treffen kann.“

Trotz einer engen Zusammenarbeit mit dem städtischen Verkehrsinstitut beschreibt die Gründerin das politische Handeln als zu langsam. Allmählich trage die städtische Fahrradbewegung einen Teil zur Veränderung bei: Fahrradfahrer werden im Straßenbild sichtbar. Trayecto Urbano ist ein Teil davon.

Für die Zukunft gibt es weitere Pläne: „Wir arbeiten für den Dienstleistungssektor der Stadt. Unser Interesse ist es vor allem, die Idee einer nachhaltigen Mobilität unter den Bürger*innen zu verbreiten. Im Laden wollen wir alles vereinen, was hilft, die Qualität der städtischen Radnutzung zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Unser Ziel ist kein Geringeres, als den öffentlichen Raum für das Fahrrad zurückzuerobern.“

Hintergrund

Das Kolpingwerk Paderborn veröffentlicht einmal im Jahr einen Katalog mit Projekten, die mit finanzieller Unterstützung von Spender*innen verwirklicht werden sollen. Der aktuelle Katalog wurde im März dieses Jahres veröffentlicht und umfasst 52 Projekte. Die Partner-Kolpingwerke in Mexiko, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und der Dominikanischen Republik erarbeiten diese Projekte mit dem Ziel, nachhaltige Strukturen aufzubauen, Gewinne für die Verbandsarbeit zu erzielen, die Bildung zu stärken sowie Initiativen von Kleinunternehmer*innen zu unterstützen.

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