30. Aug 2025

„Die Frage ist nicht, ob wir uns mit Künstlicher Intelligenz befassen, sondern wie wir damit umgehen werden“, hat Wolfgang Gelhard, Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn, schon zum Abschluss der diesjährigen Frühjahrskonferenz in Soest gesagt. Auch beim Tag für Mitarbeitende des Kolping-Bildungswerkes am 29. August im Schützenhof in Paderborn war das Thema KI ein Schwerpunkt. Rund 660 Mitarbeitende nutzten diesen Tag für Begegnungen und Gespräche, aber auch, um sich in Sachen KI zu informieren.
„KI geht nicht mehr weg, also nehmen Sie sie an die Hand“, ermutigte Keynote-Speaker Jan-Peter Ditgen die Zuhörenden. Was dabei zu beachten ist, machte er in seinem Vortrag deutlich. Künstliche Intelligenz bewegt sich aktuell zwischen Spielereien wie einem Lied über das Kolping-Bildungswerk, das Ditgen eigens für seinen Vortrag eine App entwickeln ließ, und dem Chemie-Nobelpreis. Der wurde im Oktober 2024 den Entwicklern der KI „AlphaFold“ zugesprochen, die Proteinstrukturen berechnet und vorhersagt.
Irgendwo dazwischen steht Kolping. „Der Vorteil vieler KI-Systeme ist, dass sie schnell zu guten Ergebnissen führen und zumindest in Basisversionen kostenlos verfügbar sind“, sagt Jan-Peter Ditgen. Doch Obacht: „Bei kostenlosen Systemen gibt man immer Daten von sich preis.“ Ein weiterer wichtiger Hinweis: Auch Künstliche Intelligenzen machen Fehler. „Zwar hat ChatGPT das bayerische Abitur bestanden“, so der Referent mit einem deutlichen Augenzwinkern, „aber prüfen Sie die Ergebnisse immer nach!“ Denn: „KI-Systeme vertreten auch das Falsche mit absoluter Überzeugung.“
Wie eine Künstliche Intelligenz genau arbeitet, können selbst die Entwickler oft nicht mehr sagen. In einem Interview, das Ditgen einspielte, bezeichnet Google-Chef Sundar Pichai die KI seines Unternehmens als Black Box: Niemand weiß, was zwischen Eingabe der Daten und Ausgabe der Ergebnisse passiert. Die Anbieter der Systeme stehen immer miteinander im Wettbewerb, so Ditgen. Ostasien und der Pazifikraum halten gut 82 Prozent der weltweit erteilten KI-Patente – die Mehrzahl davon entfällt auf China. Auch deshalb sei der Datenschutz ein zentrales Thema im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Die Datenschutz-Grundverordnung wirkt darauf hin, so wenige Daten wie möglich zu speichern und zu verarbeiten. Das widerspricht dem Konzept Künstlicher Intelligenz, die viele Daten braucht, um wirkungsvoll zu arbeiten.
In Zukunft werden Künstliche Intelligenzen immer individueller und schlauer, sagt Jan-Peter Ditgen sicherlich nicht als einziger Experte voraus. Aus einzelnen Anwendungen für jeweils einen Zweck werden vernetzte Systeme, die viele Dinge können. Sogenannte KI-Agenten können bei komplexen Aufgaben nach Zwischenschritten selbst Entscheidungen treffen, wie die Aufgabe weiterbearbeitet werden soll. Eine „Super-Intelligenz“, die alles kann, sieht Ditgen in Zukunft nicht. „Wir wissen nicht, ob es sie überhaupt jemals geben wird.“