Kolpingwerk   |   Kolping-Bildungswerk   |   Kolpingjugend   |   Hotels

Hotels

Ardey Hotel
Ardeystraße 11-13
58452 Witten

Weiter zur Webseite

Hotel Aspethera
Am Busdorf 7
33098 Paderborn

Weiter zur Webseite

Hotel Susato
Dasselwall 5
59494 Soest

Weiter zur Webseite

„Wir trauen uns, auch längere Stücke zu bringen“

Wie die Kirchenzeitung „Der Dom“ mit neuem Konzept in Krisenzeiten über Glaubensthemen berichtet: ein Interview.

Anfang des Jahres wurde bei der Kirchenzeitung „Der Dom“ vieles neu: neue Redaktion, neues – zumindest behutsam verändertes – Erscheinungsbild, neue Themen. Doch viel Zeit, das neue Konzept in Ruhe den Lesern vorzustellen, hatte die Redaktion nicht. Auch sie wurde von der Corona-Krise überrascht. Wie kommuniziert „Der Dom“ in dieser Zeit Glaubensthemen für seine spezifische Zielgruppe? Das haben wir die Redaktionsleiterin Claudia Auffenberg gefragt.

Bitte stelle uns das „neue“ Dom-Magazin einmal kurz vor!

Gern! Seit Januar gibt es einige Neuerungen: neues Papier, ein neuer Herausgeber, ein neuer Untertitel und, ganz wichtig, wieder eine festangestellte Redaktion im Verlagshaus. Das ist eine besondere Freude, weil wir wieder Themen gemeinsam angehen, entwickeln und recherchieren können. Geblieben ist, dass wir in Paderborn drucken – im umweltfreundlichen Verfahren.

Welchen Bezug hat die Redaktion zu Kolping?

Zunächst mal einen professionellen Bezug: Ihr seid Gegenstand der Berichterstattung und Ansprechpartner für uns. Als großer Verband mit vielen Einrichtungen seid Ihr wichtig und kommt entsprechend im Blatt vor. Dann gibt es persönliche Bezüge. Zwei der drei Redaktionsmitglieder sind Mitglied bei Kolping. Das hilft, weil man Dinge besser versteht und Leute kennt, die man fragen kann. Aber das wird nicht dazu führen – und dafür bitten wir um Verständnis -, dass der „Dom“ ein Kolping-Magazin wird oder dass wir Kolping bevorzugt behandeln.

Welche Bedeutung haben die katholischen Verbände aus Eurer Sicht?

Die Verbände sind der verlässliche Faktor der Kirche und eine ganz entscheidende Kraft an der Basis. In Deutschland sind die Verbände der Ort, an dem Laien aktiv sind und echte Verantwortung übernehmen. Allerdings müssen die Verbände aufpassen, dass sie diese wichtige Rolle nicht verlieren. Wenn wir das mal kritisch sagen dürfen: Manches, was uns an Berichten von „vor Ort“ erreicht, ist ein bisschen dürftig: Ausflüge und Jubiläen. Sicher sind die Gruppen auch Freundeskreise, aber sie müssen mehr sein als das.

Die Kolpingsfamilien haben eine große Chance: Ihr habt einen charismatischen Gründer, der eine nach wie vor aktuelle Idee hatte: Menschen vom Rand der Gesellschaft durch Hilfe zur Selbsthilfe ein besseres Leben zu ermöglichen, ihnen durch Bildung die Möglichkeit zu geben, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Adolph Kolping wurde aktiv, weil er selbst jahrelang am Rande der Gesellschaft gelebt hat, und weil er davon überzeugt war, dass der Mensch Abbild Gottes ist. Einen solchen liebevollen, ermutigenden Blick auf jeden Menschen – wer wollte behaupten, dass es den heute nicht mehr braucht?

Die Corona-Krise hat unseren Alltag und unser Miteinander verändert. Wie wirkt sich das auf Eure Arbeit aus?

Für uns sind, wie für die Kolleginnen und Kollegen in anderen Redaktionen, die Veranstaltungen weggefallen, die für uns Anlass zur Berichterstattung waren. Es gibt praktisch keine auswärtigen Termine mehr, vieles läuft per Telefon oder Mail. Auch die Anzeigen brechen weg, die eine wichtige Einnahmequelle sind.

Worüber berichten wir also? Wir möchten auf keinen Fall in die Krisenberichterstattung einsteigen, damit die Leute auch noch im „Dom“ lesen, wem es schlecht geht. Wir können dem Thema Corona nicht ausweichen, aber wir gehen es anders an. Wir fragen: Was hat diese Situation mit Gott zu tun? Was bedeutet Corona für unsere Gesellschaft? Welche Aufgabe stellt sich jetzt für die Kirche?

Wenn Menschen sich nicht mehr persönlich treffen können, bekommen die Medien eine wichtigere Rolle. Spürt Ihr das auch beim „Dom“?

Ein Einschnitt für uns und wahrscheinlich für das ganze Erzbistum war der 15. März, der Sonntag, an dem das Erzbistum auf zunächst unbestimmte Zeit alle Gottesdienste abgesagt hat. Es bahnte sich an, dass es ein sehr eigenartiges, stilles und womöglich einsames Osterfest wird und auch die Erstkommunionfeiern und Firmungen nicht stattfinden können. Das hat viele, auch uns persönlich, bewegt. Darauf mussten wir reagieren.

Wie?

Zunächst so, wie es sich für Journalisten gehört: berichten, nachfragen, Interviews zu Themen führen, um die es jetzt geht bzw. gehen muss. Weiterhin haben wir seit dem 4. Fastensonntag jeweils einen Vorschlag für einen Hausgottesdienst im Heft. Das werden wir zunächst beibehalten. Nicht alle Menschen sind im Internet und was man an gestreamten Gottesdiensten sieht, ist durchaus diskussionswürdig. Als drittes haben wir unser Feuilleton gestärkt. In der Osterausgabe haben wir ein langes Interview zum Hölderlin-Jahr gebracht, das gut angekommen ist. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Wir können uns also trauen, den Lesern auch längere Stücke zu bieten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die neue Dom-Redaktion: Julia Hollwedel, Claudia Auffenberg und Andreas Wiedenhaus.