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„Die Kaffeebohne ist das Symbol unserer Verbundenheit“

TATICO feiert 25-jähriges Jubiläum – Auftaktveranstaltung in Medebach.

TATICO wird 25 Jahre alt. Seit 1995 engagieren sich das Kolpingwerk Paderborn und die Kaffeerösterei Langen in Medebach für einen fair gehandelten Kaffee und damit für die Verbesserung der Lebensqualität der Kaffeeproduzenten in Mittelamerika. Am Samstag (15. Februar) war eine Veranstaltung in Medebach der offizielle Auftakt des Jubiläumsjahres. Ganz bewusst hatten Kolpingwerk und Kaffeerösterei Menschen eingeladen, die seit 25 Jahren ehrenamtlich für die Verbreitung des Kaffees sorgen und damit zum Erfolg des Projektes beitragen.

Rund 80 Gäste waren nach Medebach gekommen: um zu feiern, zurückzublicken und sich zu erinnern, aber auch um über die Zukunft von TATICO und über kommende Herausforderungen zu diskutieren. „Kaffee ist das Pionier-Produkt, wenn es um fairen Handel geht“, betonte Klaus Langen, Geschäftsführer der Kaffeerösterei. „Anders als vor 25 Jahren haben viele Konsumenten heute ein ausgeprägtes Bewusstsein für Lieferketten und die Lebensbedingungen der Produzenten – und sind bereit, dafür angemessene Preise zu bezahlen.“ Die wichtigsten Anbauländer befinden sich im sogenannten „Kaffeegürtel“ zwischen 25 Grad nördlicher und 25 Grad südlicher Breite. Weltweit leben rund 25 Millionen Menschen vom Kaffeeanbau. Viele von ihnen unterhalb des Existenzminimums. „Wenn zum Beispiel ein Kaffee in New York fünf Dollar kostet, kommen davon nur zwei Cent beim Produzenten an“, rechnete Klaus Langen vor.

Die Stimme der Kaffeeproduzenten war an diesem Nachmittag Rufino Rodriguez, Leiter des Kolpingwerkes in Honduras und Mitglied im Generalvorstand des internationalen Kolpingwerkes. Seit zehn Jahren arbeiten die Kolpingwerke in Paderborn und Honduras als Partner zusammen. „Die Kaffeebohne ist das Symbol unserer Verbundenheit“, sagte er. „Zu fairen Preisen gehandelter Kaffee trägt dazu bei, dass Jugendliche in Honduras nicht in die Kriminalität abrutschen oder abwandern, um anderenorts ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“ Durch die Unterstützung aus Deutschland könne unter anderem die Stelle eines Agraringenieurs finanziert werden, der die Kaffeeproduzenten begleitet und weiterbildet.

Der Ursprung des TATICO-Kaffees war eine zufällige Begegnung beim Diözesankolpingtag 1994 in Medebach. Dort traf der damalige Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes Paderborn, Werner Sondermann, den damaligen Bürgermeister der Stadt Medebach, Günter Langen, der auch Inhaber der Kaffeerösterei Langen war. Die beiden kamen ins Gespräch über die Partnerschaft mit dem Kolpingwerk in Mexiko und darüber, dass Günter Langens Sohn Klaus damals in Honduras arbeitete, um direkt bei den Produzenten etwas über Kaffee zu lernen und sich damit auf die Übernahme der Rösterei vorzubereiten.

„Kolping Mexiko hat damals im Hochland von Chiapas kleine Kaffeeproduzenten begleitet und wurde von vielen Kolpingmitgliedern aus Paderborn unterstützt“, berichtete Werner Sondermann und Klaus Langen ergänzte: „Anfang 1995 haben wir den ersten Vertrag unterschrieben: 275 Säcke Kaffee zu fairen Bedingungen. Kurz darauf stand der erste Container vor unserer Rösterei.“ Der Name TATICO stammt aus der indigenen Tzotzil-Sprache und bedeutet: „Herr, Gott, Vater“. „Das klang für europäische Ohren etwas hart, sodass wir kurzerhand ein O angehängt haben“, so Werner Sondermann.

Bei der Markteinführung bekam das Kolpingwerk Unterstützung von Flemming Povlsen, damals Fußballprofi bei Borussia Dortmund. „Dank ihm hatten wir im Juni 1995 sogar einen Bericht über TATICO in der Bild-Zeitung“, erinnerte sich Klaus Langen. Eine wichtige Säule beim Verkauf waren und sind ehrenamtliche Engagierte aus den Kolpingsfamilien, die den Kaffee in ihren Orten verkaufen, zum Beispiel sonntags nach dem Gottesdienst. Schon 1996 konnte symbolisch das 500.000. Paket Kaffee an die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth überreicht werden.

Eine der großen Herausforderungen der Zukunft wird für die Kaffeeproduzenten der Klimawandel sein. „Klimaereignisse wie Unwetter oder Phasen extremer Trockenheit werden weniger vorhersehbar“, erläuterte Klaus Langen. Das begünstige unter anderem Krankheiten der Kaffeepflanzen. „Im Jahr 2050 könnte die weltweite Erntemenge geringer sein als heute, wobei sich die Nachfrage vermutlich verdoppeln wird.“ Tatsächlich ist Kaffee laut Statistik schon jetzt eines der beliebtesten Getränke: Die Deutschen tranken laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2018 pro Person 164 Liter, dagegen nur 150,5 Liter Mineralwasser und 102 Liter Bier.

„Für das Kolpingwerk Paderborn ist Kaffee nicht nur ein Aspekt unserer internationalen Zusammenarbeit, sondern auch Teil unserer Bildungsarbeit vor Ort“, betonte Diözesansekretär Thorsten Schulz. „Wir können damit Themen wir fairen Handel, Lieferketten oder Klimawandel sehr praxisnah transportieren.“ Interessierte können sich schon jetzt den Termin der nächsten öffentlichen Veranstaltung des TATICO-Jubiläumsjahres notieren: Am Samstag, dem 5. September, findet in Soest die Fachtagung „Wandel durch Handel(n) – Ehrlich. Fair. Bio.“ statt. Sie wird von der TV-Moderatorin und TATICO-Botschafterin Yvonne Willicks moderiert. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet auf www.tatico.de/25jahre.

Mit dem Anschneiden der Geburtstagstorte durch (von links) Klaus Langen, Werner Sondermann und Rufino Rodriguez begann in Medebach das TATICO-Jubiläumsjahr.