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„Es ist ganz einfach, etwas zu ändern!“

Katharina Müller (18) organisiert die Fridays-for-Future-Demos in Paderborn und ist aktiv bei den Klimadialogen der Kolpingjugend. Wir haben sie zum Interview getroffen.

Du kommst gerade von der Fridays-for-Future-Demo, die du in Paderborn maßgeblich mitorganisierst. Wie kommt es dazu?

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Klimawandel. Das Projekt Klimadialoge hat mich noch näher an das Thema herangebracht. Als ich mitbekommen habe, dass Greta Thunberg vor dem Schwedischen Parlament streikt, fand ich das richtig cool. Ich habe mich gefragt, ob es sowas auch in Paderborn gibt. Plötzlich folgte mir Fridays for Future Paderborn auf Instagram. Und ich war sofort in der WhatsApp-Gruppe. Das waren anfangs nur 6 Leute. Nach 3 Tagen waren es 60. Wir haben beschlossen, eine Demo zu organisieren. Nach einer Woche waren wir 200 Leute. Unser zweiter Streik in Paderborn war nach Berlin und Hamburg bundesweit einer der größten und der größte in NRW.

Du nimmst auch an den Klimadialogen der Kolpingjugend teil und bist bei der Grünen Jugend aktiv. Was ist deine Motivation?

Ich finde es sehr unfair, dass unsere Art zu leben, zu konsumieren oder Strom zu erzeugen am anderen Ende der Welt auslöst, dass Menschen dort nicht so leben können wie wir. Wir zerstören durch unser Verhalten die Lebensgrundlagen anderer Menschen. Und natürlich der Gedanke an die Zukunft: Wir leben über unser und das Wohl kommender Generationen hinaus. Ich möchte, dass spätere Generationen genauso leben können wie wir. Das gleiche gilt natürlich für die Tierwelt, zum Beispiel die bedrohten Eisbären in der Arktis.

Woran hakt es?

Heute wird sehr viel auf die Interessen von Konzernen geachtet, wie man am Hambacher Forst gut sehen kann. Weltweit wird das Geld über das Leben und die Natur gestellt. Dafür gibt es kein Bewusstsein bei den Verantwortlichen, aber auch bei uns selbst, wenn wir zum Beispiel Fleisch aus Massentierhaltung kaufen.

Worauf kommt es euch bei euren Protesten besonders an?

Das Aufrütteln der Gesellschaft! Viele machen sich plötzlich Gedanken und fragen sich, warum die jungen Leute auf die Straße gehen. Warum fordern sie eine bessere Zukunft und warum haben sie diese im Moment nicht in Aussicht?

Die Jugend hat das Thema Klimaschutz aufgegriffen. Wie ist es aus deiner Sicht dazu gekommen?

Wir haben in der Schule gelernt, was es mit dem Klimawandel auf sich hat und was die Politik damit zu hat. Vielen ist durch Greta Thunberg und ihre Streiks bewusst geworden, dass unsere Politik nicht das tut, was sie tun sollte, nämlich eine zukunftsfähige Politik gestalten. Deshalb ist der Widerstand plötzlich so groß. Es betrifft unsere Zukunft und jetzt können wir sie noch ändern.

Die FFF wird auch kritisiert. Manchmal versuchen rechtspopulistische Stimmen, das Thema für sich zu vereinnahmen. Wie nimmst du die Rezeption der Bewegung wahr?

Bei zwei unserer Demos war ein Klimawandelleugner da, der versucht hat, während der Demo Umfragen zu machen. Wir haben ihn relativ schnell vom Platz verweisen lassen. An einem Tag war eine Schulklasse da, die neutral dazugekommen ist und die Situation mitbekommen hat. Die Lehrerin sagte, es sei sehr gut, damit ihre Schüler*innen sich damit auseinandersetzen. Trotzdem haben wir dem Mann damit eine Bühne gegeben, die wir ihm nicht geben wollten. Ich sehe keinen Sinn darin, mit solchen Menschen zu diskutieren.

In welcher Verbindung stehen Fridays for Future und die Klimadialoge?

Die FFF sind eine weltweite Bewegung. Über die Klimadialoge sind wir im Austausch mit Kolpingjugendlichen aus Mexiko. Ich weiß, dass es FFF auch in Mexiko gibt. Bei den Klimadialogen haben wir uns viel damit beschäftigt, welches Land wie zum Klimawandel beiträgt. Überall geht es im Prinzip schlimm zu und es gibt vieles, das sich ändern müsste. Warum ändert man das nicht einfach? Es ist doch so leicht! Das habe ich durch die Klimadialoge gelernt und es hat mich motiviert, bei FFF mitzumachen.

Was genau machst du bei den Klimadialogen?

Ich habe mich entschieden, etwas zum Thema Kohle und Co2-Ausstoß zu machen. So sind die FFF zu meinem Projekt geworden. Wir bekommen viele Anfragen von Organisationen, um über Klimaschutz, die FFF und unsere Visionen und Forderungen, wie das Abschalten eines Drittels der Kohlekraftwerke oder eine CO2-Steuer, zu sprechen. So eine Aufklärung kann lehrreich für Kolpingsfamilien und jugenden sein und motivieren, eigene Projekte zu machen oder bestehende auszubauen.

Wie schaffst du es, Leute zu begeistern, sich für dieses Thema einzusetzen?

Ich erzähle, wie einfach es ist, mal keine Plastikzahnbürste, sondern eine aus Holz zu kaufen. Die gibt es mittlerweile sogar in großen Drogeriemärkten. Oder das vegetarische Gericht statt des Steaks zu bestellen. Ich erkläre, wie man sein Leben ändern und dadurch Großes bewirken kann. Viele Leute denken, das sei super schwer. Dabei ist es wirklich easy.

Was nimmst du noch mit aus den Klimadialogen?

Ich finde es spannend zu sehen, was die ersten Auswirkungen unserer Begegnung in Deutschland sind. So hat Berna aus Mexiko ihr Dorf dazu gebracht, anzufangen, Müll zu trennen, weil sie hier kennengelernt hat, wie das gemacht wird. Ich glaube, Plastik ist ein großes Thema, da haben wir viel bewegt und werden viel bewegen können.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was wäre das?

Ich würde mir eine weltweit zukunftsorientierte und menschenwürdige Klimapolitik wünschen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Gesche Hausin.