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„Empfehlen eine pragmatische Herangehensweise“

Diözesanvorsitzende schätzen im Interview die aktuelle Lage in der Corona-Krise ein, geben Hinweise zur Vereinsarbeit vor Ort und erläutern die Kommunikationsstrategie des Verbandes.

Die Corona-Krise hat unseren Verband, die Kolpingsfamilien und alle Aktiven und Engagierten im März überraschend getroffen. Einschnitte bisher nicht gekannten Ausmaßes haben das öffentliche Leben massiv verändert.

Einen Verband, dessen Engagement vor allem auf persönlichen Begegnungen und dem Miteinander von Menschen beruht, trifft das besonders hart – und es stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen.

Welche Konsequenzen hat das für die Arbeit des Verbandes? Welche Veranstaltungen können noch stattfinden? Wie kann die Kommunikation miteinander funktionieren? Unsere Vorsitzenden Stephan Stickeler, Winfried Henke und Konrad Bröckling geben dazu im Interview Auskunft.

Die Corona-Krise hat unseren Alltag massiv verändert. Wie ist aktuell die Situation im Diözesanbüro?

Stephan Stickeler (StS): Zunächst einmal freut es mich sagen zu können, dass es allen unseren Mitarbeiter*innen gesundheitlich gut geht. Mit den ersten Lockerungen der Beschränkungen versuchen wir im Rahmen der Möglichkeiten ein wenig zur Normalität zurückzukehren. Am Donnerstag vergangener Woche sind die ersten Mitarbeiter*innen in das Diözesanbüro zurückgekehrt. Die Sekretariate sind wieder besetzt. Das Büro ist montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 15 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 13 Uhr telefonisch erreichbar. Unsere Referent*innen arbeiten zunächst weiter im Homeoffice und sind für Euch per Mail und telefonisch über die bekannten Durchwahlen über das Büro erreichbar.

Winfried Henke (WH): Nach der Schließung des Büros Mitte März hat die Umstellung auf das Arbeiten von zu Hause aus gut funktioniert. Die digitalen Medien bieten uns viele Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu bleiben. Videokonferenzen sind dabei nur ein Beispiel.

Konrad Bröckling (KB): Leider sind auch alle unsere geplanten Veranstaltungen von der Krise betroffen. Stand jetzt mussten wir alle Veranstaltungen bis zum Ende der Sommerferien in NRW absagen. Das betrifft leider auch unser Engagierten- und Austauschtreffen „Woller und Macher 2.0“, das am 6. Juni stattfinden sollte. Darauf hatten wir uns alle – hatte ich mich auch persönlich – sehr gefreut. Im Mai werden wir im Vorstand beraten, ob und in welcher Form diese Veranstaltung 2021 oder 2022 stattfinden wird.

Werden alle ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt?

StS: Wohin man schaut, werden derzeit Veranstaltungen abgesagt mit dem Hinweis: „Wird voraussichtlich im Herbst nachgeholt.“ Aber realistisch betrachtet, ist das nicht zu schaffen, zumal der Herbst traditionell ohnehin immer sehr voll ist mit Terminen. Wir werden im Einzelfall prüfen, welche Veranstaltungen wir nachholen und wann, wo wir Termine zusammenlegen können und welche Veranstaltungen ausfallen werden.

(Foto: Pixabay)

Wie ist die Situation in den Kolpingsfamilien?

WH: Ganz unterschiedlich. Es gibt Kolpingsfamilien, die ihre Aktivitäten kurzfristig ins Internet und hier vor allem in die sozialen Medien verlegt haben, als persönliche Treffen nicht mehr möglich waren. Da wurden Mitmach-Aktionen organisiert, bei denen die Teilnehmenden ihre Ergebnisse bei Facebook posten konnten. Bei uns im Sauerland zum Beispiel ein Siebenkampf mit Disziplinen, die man zu Hause oder im Garten machen, mit dem Handy filmen und hochladen konnte.

KB: Ganz toll sind auch Aktionen, die übers Internet initiiert werden und Auswirkungen auf die „echte“ Welt haben. Zum Beispiel, wenn Kinder zu Ostern Bilder als Geschenke für Menschen in Altenheimen gemalt haben, die derzeit keinen Besuch empfangen dürfen.

StS: Auf diese Krise und ihre Auswirkungen konnte sich keine Kolpingsfamilie, konnte sich niemand vorbereiten. Und gerade wenn das ehrenamtliche Engagement im Kern von der persönlichen Begegnung lebt, trifft es die Engagierten besonders hart, wenn genau das nicht mehr möglich ist. Hinzu kommt, dass die Menschen in dieser Situation beruflich und zu Hause in der Familie ganz anders gefordert sind als sonst. Allen, die deshalb gerade nicht so viel Zeit fürs Ehrenamt haben, möchte ich sagen: Geht es ruhig an! Setzt euch nicht unter Druck!

Viele Kolpingsfamilien mussten und müssen Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen absagen …

KB: Ich empfehle eine pragmatische Herangehensweise. Vorstandssitzungen sind per Telefon- oder Videokonferenz möglich. Zur Terminabstimmung, zur Vor- und Nachbereitung und zum Austausch von Dateien eignet sich Crossiety bestens. Die Mustersatzung für Kolpingsfamilien auf der Internetseite des Diözesanverbandes sieht unter anderem vor, dass Beschlüsse per E-Mail im Umlaufverfahren gefasst werden können. Auch zum Thema Mitgliederversammlungen muss der Blick in die Satzung gehen: Dort steht, ob und inwieweit tatsächlich eine Versammlung pro Jahr stattfinden muss. Eine Idee könnte sein, die Mitgliederversammlung in diesem Jahr mit dem Kolping-Gedenktag zu verbinden. Und natürlich hat die Politik die Problematik der Vereine auf dem Schirm. Das Bundesjustizministerium arbeitet an Alternativen oder zumindest Lockerungen im Vereinsrecht. Auf unserer Internetseite, bei Facebook und Crossiety halten wir Euch dazu auf dem Laufenden.

Wie kann angesichts dessen die Kommunikation untereinander funktionieren?

WH: Wir haben mit der Plattform Crossiety ein Angebot geschaffen, von dem wir überzeugt sind, das wir als Diözesanvorstand selbst für unsere Kommunikation miteinander nutzen und das allen Kolpingsfamilien und Gruppen im Diözesanverband kostenfrei zur Verfügung steht. Leider ist die für das erste Halbjahr geplante Vorstellung von Crossiety in den Kolpingsfamilien und die persönliche technische Unterstützung bei der Einrichtung derzeit nicht möglich. Das ist sehr schade. Aber in Crossiety erklärt sich vieles selbst oder erschließt sich intuitiv. Wir laden noch einmal herzlich dazu ein, diese Plattform zu nutzen. Wie es funktioniert, erläutern wir auf der Internetseite des Diözesanverbandes. Darüber hinaus steht Euch Mario Polzer gern per Telefon, per E-Mail oder eben bei Crossiety zur Verfügung.

Wie wirkt sich die Krise derzeit auf die Kolpingarbeit in unseren Partnerländern aus?

KB: Diese Pandemie zeigt uns eines sehr deutlich: Eine gesamtgesellschaftliche Betrachtung der Lage können wir in unserem globalisierten Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht umgehen. Umso deutlicher wird in diesen Tagen die Notwendigkeit einer näheren Betrachtung der weltgesellschaftlichen Auswirkungen der Krise, aber auch unserer Lebensweise. Das ist ein Grundsatz, der ohnehin unsere Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Mittelamerika prägt.

StS: Wir stehen mit den Kolpingwerken in unseren Partnerländern in regelmäßigem Kontakt. Von dort erreichen uns sehr unterschiedliche Berichte. Während zum Beispiel in Costa Rica die Situation aktuell beherrschbar scheint, hat uns aus Honduras ein geradezu dramatischer Bericht erreicht. Dort fehlt es an Grundnahrungsmitteln und medizinischer Versorgung. Vor zwei Wochen haben wir deshalb gemeinsam mit KOLPING INTERNATIONAL zu Spenden für Honduras aufgerufen. Die Solidarität in unserem Diözesanverband mit unseren Kolpingschwestern und -brüdern hat uns überwältigt: Mehr als 20.000 Euro kamen kurzfristig zusammen. Dafür an dieser Stelle noch einmal mein und unser herzlicher Dank! Auch auf unserer Internetseite und in den sozialen Medien haben wir über die Situation in unseren Partnerländern berichtet. Diese kleine Reihe ist nun abgeschlossen. Wer Beiträge verpasst hat, kann sie auf unserer Internetseite noch nachlesen. Wer sich tiefergehend persönlich informieren möchte, kann Ramona Linder kontaktieren.

Was ist für die nächsten Wochen geplant?

WH: Sehr gute Resonanz findet unsere „virtuelle Kaffeepause“ mit Diözesanpräses Sebastian Schulz. Seine rund fünfminütigen Impulse zu verschiedenen Themen findet man auf unserer Facebook-Seite und bei YouTube. Damit hat Sebastian bis zu 30.000 Menschen erreicht und es gab viele positive Rückmeldungen. Deshalb wird diese Reihe in loser Folge fortgesetzt. Sebastian wird sich immer mal wieder zu Wort melden.

KB: Darüber hinaus möchten wir ganz praktisch bei der alltäglichen Vereinsarbeit in dieser Krisenzeit helfen. Aktuell gibt es eine neue Reihe mit Praxistipps: von Tipps zur Nutzung von Crossiety über rechtliche Hinweise bis zu empfehlenswerten Webinaren, an denen Vorstände und Mitglieder teilnehmen können. Und natürlich werden wir uns weiterhin zu anderen aktuellen Themen äußern, zum Beispiel zu unserer Beteiligung an der Initiative Lieferkettengesetz. Diese Kampagne läuft weiter, auch wenn sie gerade in der Öffentlichkeit nicht so stark wahrgenommen wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Als Diözesanverband laden wir herzlich ein, unsere Angebote der digitalen Vernetzung zu nutzen: Auf unserer Internetseite findet Ihr regelmäßig Neuigkeiten. Dort könnt Ihr Euch auch für unseren Newsletter registrieren. Liked uns gerne bei Facebook. Dort berichten wir (fast) täglich über aktuelle Ereignisse und geben nützliche Tipps. Auch findet Ihr dort die Video-Impulse unseres Diözesanpräses Sebastian Schulz.

Besonders möchten wir Euch noch einmal auf unsere Austauschplattform Crossiety hinweisen. Ihr könnt sie kostenlos zur Vernetzung in Euren Kolpingsfamilien und im Diözesanverband nutzen. Viele Gruppen sind dort schon aktiv und geben uns positive Rückmeldungen zu Crossiety.

Die nächsten Altkleidersammlungen können – nach jetzigem Stand – voraussichtlich im Herbst stattfinden. Unser Partner Kolping Recycling berichtet aktuell von großen Mengen Altkleidern in den Sammelcontainern. Die bewährten Sammelsysteme sind für diese Mengen nicht ausgelegt. Viele Wertstoffhöfe und Sortierwerke sind geschlossen. Deshalb bitten wir alle Kolpingmitglieder, ihre Kleiderspenden wenn möglich bis zur Herbstsammlung zu Hause aufzubewahren.

2021 dürfen wir hoffentlich wieder reisen und das 30-jährige Jubiläum der Seligsprechung Adolph Kolpings in Rom feiern. Wir planen derzeit seitens des Diözesanverbandes diverse Gruppenreiseangebote. Ende Mai erhaltet ihr weitere Informationen dazu.

Um gesund zu bleiben, bleibt bitte weiterhin persönlich auf Distanz. Beachtet die allgemein gültigen Regeln und Verordnungen. Bitte vergesst die Menschen nicht, die gerade alleine und vielleicht einsam sind. Ruft sie an, schreibt ihnen mal wieder einen Brief. Das Menschliche geht durch die Entfernung nicht verloren – im Gegenteil.