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„Kein grenzenloses Wachstum auf einem begrenzten Planeten“

Wie kann ein gutes Leben für alle Menschen gelingen angesichts akuter multipler Krisen weltweit? Und was kann jede*r Einzelne zu einem guten Leben für alle beitragen? Um Antworten auf diese Fragen ging es am Samstag bei einer Fachtagung im Hotel Susato in Soest.

Klimawandel, zunehmender Nationalismus und Rechtspopulismus, Kriege, die Menschen zur Flucht zwingen – weltweit gibt es aktuell viele Krisen. Sie wirken sich auch auf das Leben der Menschen in Deutschland aus. Das Bewusstsein wächst, dass es so nicht weitergehen kann. Viele Menschen möchten etwas ändern, engagieren sich zum Beispiel in Bewegungen wie Fridays for Future.

In Soest diskutierten die rund 40 Teilnehmer*innen mit Martina Kaiser, Referentin für nachhaltige Entwicklung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, und Kai Kuhnhenn, Geoökologe und Umweltwissenschaftler beim Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig.

Was „gutes Leben“ bedeutet, ist abhängig von den Lebensumständen der einzelnen Menschen, betonte Martina Kaiser in ihrem Vortrag. Während zum Beispiel in Westeuropa die Gestaltung der Freizeit eine große Rolle spielt, ist für indigene Völker ein Leben im Einklang mit der Natur wichtig. Studien zeigen, dass es einige gemeinsame Werte gibt: soziale Beziehungen, Gesundheit und Selbstbestimmung werden weltweit genannt, berichtete Martina Kaiser. „Dies zu verwirklichen, setzt Frieden und eine einigermaßen intakte Umwelt voraus.“

Globale Krisen fordern die Menschen überall auf der Welt heraus. Durch Ereignisse wie die spürbare Veränderung des Klimas auch bei uns oder die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 sei den Menschen in Deutschland deutlich geworden, dass Krisen auf anderen Kontinenten nicht weit weg sind, stellte Martina Kaiser fest. Zunehmendes Engagement der Menschen zeige, dass viele zu einem Wandel beitragen möchten.

Für Kai Kuhnhenn sind die wachstumsfixierten Wirtschaftssysteme die Hauptursache für Krisen. „Wachstum ist immer verbunden mit dem Verbrauch von Ressourcen. Da Wachstum eines unserer  gesellschaftlichen Ziele ist, ordnen wir ihm alles andere unter: die Arbeitnehmerrechte, unser Steuersystem und vieles mehr. Wachstum führt außerdem zu einer nationalistischen Standortpolitik und zu mehr Fremdenfeindlichkeit.“

Als Alternativen stellte Kai Kuhnhenn unter anderem die Gemeinwohl-Ökonomie, die solidarische Ökonomie, die Commons-Bewegung und Degrowth, also das bewusste Schrumpfen einzelner Sektoren, vor. „Wir brauchen eine sozial-ökologischen Wandel hin zu einer Gesellschaft, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert. Weniger Wachstum im globalen Norden bedeutet dabei bessere Chancen für den globalen Süden.“

Für Martina Kaiser ist die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung ein gutes Konzept, um ein gutes Leben für alle Menschen weltweit zu ermöglichen. „Die Agenda betont die wichtige Rolle von Partnerschaften. Sie strebt nach einem Ausgleich der drei Aspekte Umwelt, Wirtschaft und Soziales.“ Ein Ausgleich der Interessen sei immer nötig: „Zum Beispiel haben die Menschen, die bei der Kohle arbeiten, kein Interesse daran, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, wenn es für sie keine Alternative gibt. Wir dürfen keine Fronten aufmachen zwischen Jung und Alt, Arm und Reich und so weiter. Das hilft in der aktuellen Diskussion niemandem weiter.“

Für Kai Kuhnhenn ist die Wirtschaft ein Subsystem der Ökologie. „Es gibt kein unbegrenztes Wachstum auf einem begrenzten Planeten“, sagt er. Der Wandel brauche Akteure. Deshalb sei es wichtig, dass sich jede*r Einzelne informiere, was er oder sie im persönlichen Umfeld tun kann. Aber auch Verbände wie Kolping müssten prüfen, wie sie nachhaltig arbeiten und sich engagieren können.