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Respekt und Anerkennung für Adveniat-Aktionspartner und Gäste der Weltkirche

Eine Liebeserklärung an einen Kontinent und seine Bewohner

Paderborn. „Die einfachste Art, ein Land zu enteignen ist es, seine Geschichte zu erzählen, und mit ‚zweitens‘ beginnen“. In der Eröffnung des Kolping AbendForums, welches am 1. Dezember mit 15 Gästen aus verschiedensten Ländern Lateinamerikas stattfand, plädierten Diözesansekretär Thorsten Schulz und Referentin Ramona Linder in ihrer zweisprachigen Einführung für eine authentische und machtkritische Geschichtsschreibung, die auch die koloniale Vergangenheit des Kontinents nicht außer Betracht lässt.

So konnte an diesem Abend der Raum geboten werden, die Themen der Herausforderungen in der Bildungsarbeit, die Stärkung der Rechte von Frauen sowie Fairer Handel und solidarisches Wirtschaften mit des Aktionspartnern der diesjährigen Weihnachtsaktion des Lateinamerika Hilfswerks Adveniat mit Erfahrungen aus erster Hand zu diskutieren.

Für die Gemeinschaftsveranstaltung des Kolpingwerkes in der Diözese Paderborn und des Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat in Kooperation mit dem Erzbistum Paderborn stand der lateinamerikanische Kontinent im Mittelpunkt der Betrachtungen. Wie Adveniat, ist auch der Paderborner Sozialverband in Lateinamerika aktiv und pflegt enge Partnerschaften mit den Kolpingwerken in Mexiko, Costa Rica, der Dominikanischen Republik, Nicaragua und Honduras. Diese Partnerschaften leben vor allem durch einen engen, persönlichen Austausch und dem Anspruch, eine gelebte Partnerschaft auf Augenhöhe zu praktizieren.

Zu den Gästen im Kolping-Forum in Paderborn zählten an diesem Abend der Hauptgeschäftsführer von Adveniat Pater Michael Heinz, ebenso Geschäftsführer Stephan Jentgens, Generalvorstandsmitglied von Kolping International und Koordinator von Kolping Honduras Rufino Rodríguez, der Geschäftsführer des Kolpingwerkes Nicaragua Alfredo Torres sowie die Schulleiterin der Adolfo-Kolping-Schule in Nicaragua Heidy López.

Unter der Leitung von Stefanie Hoppe und Thomas Jung von Adveniat wurden die Themen des Abends in drei Podiumseinheiten aufgeteilt und jeweils mit unterschiedlichen Gastrednern aus Lateinamerika diskutiert.

Per Videobotschaft eröffnete Yudy García, Mitarbeiterin des Kolpingwerkes in der Dominkanischen Republik  das erste Podium zum Thema Bildung. Sie stellte die Bedeutung von Bildungsangeboten für die positive Entwicklung junger Menschen heraus. Der anschließenden Diskussion im Saal schlossen sich Sr. Aurora Tenfen aus Brasilien, Cornelia Koch aus Bolivien und die beiden Gäste des Kolpingwerkes Honduras Heidy López und Alfredo Torres an.  Sie alle stimmten darüber überein, dass Bildung ein entscheidender Schlüssel für den Zugang zu Nahrung, Gesundheit und Unabhängigkeit ist.

Eine zweite Podiumseinheit beschäftigte sich mit der Stärkung von Frauenrechten. Einen einführenden Impuls gab dazu per Video Katia Fernández Mena aus dem Kolpingwerk Costa Rica. Die Diskussion im Saal  unterstützten Rutila Hernández Maldonado und Maria Emilia Mazariegos Chaj  aus Guatemala sowie Indira Berroterán aus Mexiko. Vielen lateinamerikanischen Frauen fehlt es durch die in der Gesellschaft verankerten patriarchalischen Strukturen an Möglichkeiten ihr Selbstbewusstsein zu entfalten. Oft kämpfen sie mit Depressionen oder fallen in eine Opferrolle. Vorgestellte Projekte von Kolping und Adveniat bieten ihnen Gemeinschaft, Bildung und psychologischen Beratung und Betreuung.

In einem dritten Podium debattierten Padre Arturo Estrada aus Mexiko, Antonio Hernandez aus Argentinien und Rufino Rodríguez sowie Werner Sondermann als langjährigen Akteur der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland über Möglichkeiten einer Neuausrichtung unseres kapitalorientierten Wirtschaftsmodells. Der Mensch müsse wieder in den Mittelpunkt wirtschaftlichen Handelns gerückt werden, so stimmten die Podiumsteilnehmer überein. Sondermann machte besonders die Verantwortung des globalen Nordens deutlich, solidarisch und ökologisch zu handeln. Konkret wurde dabei auch auf  die Bedeutung der fairen Bezahlung von Produzenten im Globalen Süden eingegangen.

Die informativen Beiträge der Podiumsteilnehmer/Innen, unterstützt von den aussagekräftigen Videoimpulsen internationaler Akteure, machten es den Zuhörern des Forums möglich, einen authentischen Einblick in die Lebenswelt Lateinamerikas zu erhalten.

Die zahlreichen von inhaltlicher Sprengkraft gekennzeichneten Statements der Podiumsteilnehmenden, die jeweils für sich den Charakter eines Schlusswortes hatten, fasste Thomas Jung in zwei prägnanten Thesen zusammen: Dieses – unser – Wirtschaftssystem hat ausgedient und Bildung ist der Schlüssel zu mehr Weltgerechtigkeit.

Für Auflockerung zwischen den Podien sorgten Jazzeinlagen der Sängerin Bianca Körner und Band.

Text: T. Schulz
Bilder: C. Neumann