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Tag der älteren Generationen in Soest

Eckhard Uhlenberg informiert über NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege

Zu dem diözesanen „Tag der älteren Generationen“ konnte Konrad Bröckling, stellvertretender Vorsitzender des Kolpingwerkes Diözesanverband Paderborn, fast 100 Mitglieder der Kolpingsfamilien aus dem gesamten Bereich des Diözesanverbandes Paderborn im Pfarrheim der Soester Heilig-Kreuz Gemeinde begrüßen.

Burkhard Schnettler (Soester Scharfrichter), Klaus Reising (Diözesanvorstand), Konrad Bröckling (stv. Diözesanvorsitzender), Martin Räker (Vors. KF Soest), Christiane Mackensen (stv. Bürgermeisterin Stadt Soest), Eckhard Uhlenberg (Präsident der NRW Stiftung und Referent), Andrea Künzel (Fachausschuss Generationen), Stephan Stickeler (Diözesanvorsitzender)

Der Saal des Pfarrheimes war durch die ausrichtende Kolpingsfamilie Soest liebevoll hergerichtet und von Soester Kolpingern selbst gebackener Kuchen, leckere Schnittchen, heißer Kaffee und kalte Getränke sorgten dafür, dass sich die Gäste willkommen fühlten.
Andrea Künzel, Leiterin der Kolping Akademie für Gesundheits- und Sozialwesen und Leiterin des neuen Kolping-Diözesanfachausschusses Generationen, berichtete über die Arbeit des Ausschusses und den Stand der Planungen für die nächste Zeit.
Die Grüße der Stadt Soest übermittelte die stellvertretende Bürgermeisterin, Christiane Mackensen, verbunden mit einer herzlichen Einladung, die schöne Hansestadt auch nach der Veranstaltung oder zu einem späteren Zeitpunkt einmal zu besuchen.
Dieser Einladung schloss sich der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Soest, Martin Räker, in seiner Begrüßung der Kolpingschwestern und Kolpingbrüder gerne an. Er dankte ausdrücklich allen Soester Kolpingern um seinen Stellvertreter Klaus Reising, die die Ausrichtung dieses Tages möglich gemacht und für eine reibungslose Organisation gesorgt hatten.

Stiftung ist Besonderheit in Nordrhein-Westfalen
In einem informativen Referat stellte Eckhard Uhlenberg, der den Teilnehmenden vor allem aus seiner Zeit als Abgeordneter und Präsident des Landtages NRW bekannt war, die Tätigkeit der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege vor. Die Stiftung wurde 1986 durch die Landesregierung NRW gegründet und verfolgt die Förderung des Naturschutzes, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, der Heimatpflege und Heimatkunde, der Kultur sowie des traditionellen Brauchtums und des bürgerschaftlichen Engagements.
Eckhard Uhlenberg, der der Stiftung seit 2017 als Präsident vorsteht, betonte, dass eine Förderung von Kommunen nicht erfolgt. Im Vorstand der Stiftung werden Projekte diskutiert, die dann unterstützt und durchgeführt würden. Dabei stellt die stärkste Fraktion des Landtages traditionell den Präsidenten im Vorstand. Die Vorstandsmitglieder werden durch den Ministerpräsidenten bzw. die Ministerpräsidentin berufen. Die Stiftung arbeitet mit einem jährlichen Etat von etwa 10 Mio. €. Ein großer Teil dieses Betrages wird laut Uhlenberg durch Lottoerträge finanziert, weitere Teile stammen aus dem Landeshaushalt und den Spenden des Fördervereines.

Im weiteren Verlauf zeigte der Referent anhand einiger Bilder Projekte auf, die erfolgreich durch die Stiftung unterstützt wurden. So befinden sich ca 6.300 ha Fläche im Besitz der Stiftung, die als Naturschutzgebiete wie z.B. Teile der Lippeaue oder das Nachtigallental Königswinter der Umwelt zur Verfügung gestellt werden.
Einrichtungen wie z.B. eine Dauerausstellung am Landschaftsinformatinszentrum Möhnesee oder die, aus Mitteln der Stiftung sanierte, Walderlebnisschule Bochum geben der Bevölkerung die Möglichkeit, Natur aktiv zu erfahren. Die Stiftung betrachtet Baudenkmäler als Zeitzeugen, die für künftige Generationen erhalten bleiben müssen. Zu den geförderten Projekten gehören daher beispielsweise die Erhaltung der Schäferkämper-Wassermühle in Bad Westernkotten oder die Errichtung einer Dauerausstellung in der alten Synagoge Neheim.
Einrichtungen wie das Schmarotzerhaus Menden, die Zeche Fürst-Leopold in Dorsten sowie die Gradierwerke Werl und Bad Sassendorf oder das Metzger-Amtshaus Lippstadt, an deren Erhaltung und Restaurierung die Stiftung maßgeblich Anteil hatte, helfen, Geschichte zu verstehen. Für kulturelle Veranstaltungen stehen nach den erfolgten Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen das Wolfgang-Borchert-Theater Münster oder die Einrichtung der alten Rohrmeisterei in Schwerte als Theater- und Kulturzentrum vielen Menschen zur Verfügung.
Ein großes Ziel der Stiftung ist es, dass Migranten, die neu nach Nordrhein-Westfalen kommen, das Bundesland als ihre Heimat ansehen. Hilfe können hier der Ausbau des Polnischen Hauses in Bochum oder die Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ sein, die mit Unterstützung der NRW-Stiftung realisiert werden konnten.
In NRW leben etwa 15 Prozent Menschen, bei denen eine körperliche oder geistige Behinderung anerkannt ist. Die Stiftung möchte durch den Einsatz ihrer Mittel dazu beitragen, dass diese Menschen an kulturellen Ereignissen teilnehmen und kulturelle Einrichtungen besuchen können, um so über Inklusion nicht nur zu reden, sondern diese auch aktiv zu ermöglichen. Als Beispiele hierfür nannte Eckhard Uhlenberg das August-Macke-Haus in Bonn, wo durch den Einsatz der Stiftung eine Möglichkeit geschaffen wurde, dass Menschen mit Handycap auch das zweite Obergeschoss erreichen können.

Über die vielen, kleineren Projekte hinaus unterstützt die Stiftung auch einige Großprojekte, wie z. B. die Weihnachtsausstellung auf der Drachenburg in Königswinter, die Narzissenwiese, das Neandertalmuseum in Mettmann oder das Haus Rüschhaus Münster, in dem die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff wirkte.
Die Anwesenden stimmten dem Stiftungspräsidenten Eckhard Uhlenberg zu, dass es sich bewährt hat, das kulturelle Erbe in NRW aufrecht zu erhalten und so einen guten Dienst im Sinne unseres Bundeslandes zu leisten. „So etwas wie diese Stiftung gibt es in keinem anderen Bundesland“ betonte Eckhard Uhlenberg zum Abschluss seiner Ausführungen. Großer Applaus der Zuhörerschaft bestätigte, dass die Anliegen der NRW-Stiftung auf offene Ohren und große Zustimmung stoßen.
Im Anschluss wurden durch den Referenten noch einige Fragen beantwortet, bevor Konrad Bröckling als Leiter der Veranstaltung dem Referenten mit einem kleinen Präsent des Kolpingwerkes seinen Dank aussprach.

Soester Scharfsichter sorgt für regional gefärbte Unterhaltung
Natürlich sollte auch bei diesem Tag der älteren Generationen der Lokalkolorit nicht zu kurz kommen. So hatte das Veranstaltungsteam der Kolpingsfamilie um Klaus Reising Burkhard Schnettler gebeten, aus der Gerichtsbarkeit der Stadt Soest vom Mittelalter bis in die heutige Zeit einen humoristischen Bericht zu geben. Burkhard Schnettler, der den heimischen Kolpingern auch als „Scharfrichter“ der Soester Bürgerschützen bekannt ist und der jeweils zum Schützenfest seit vielen Jahren drei Personen des öffentlichen Lebens, die mit ihren Entscheidungen oder Äußerungen nicht das Wohlgefallen der Soester Bürger fanden, in die „Grütze“ im Soester Großen Teich wippt, ließ es sich nicht nehmen aus der wechselhaften Geschichte Soests und seiner Gerichtsbarkeit zu erzählen. Dass er dabei mit seinen geschichtlich fundierten aber launig vorgetragenen Worten den Geschmack der Zuhörerschaft traf, konnte man gut an dem herzhaften Lachen ablesen, dass aus dem Pfarrheim herausschallte.

Grüße des Diözesanvorstandes
Stefan Stickeler, Vorsitzender des Kolpingwerkes Diözesanverband Paderborn, dankte abschließend der ausrichtenden Kolpingsfamilie Soest für ihre Gastfreundschaft und verabschiedete die teilnehmenden Kolpingmitglieder.
Die für Kuchen und Getränke zusammengekommenen Spenden in Höhe von 166 € wurde aus der Kasse der Kolpingsfamilie Soest aufgestockt, so dass sich der Vorsitzende der Kolpingsfamilie Soest, Martin Räker, freute, dem Kolpingwerk insgesamt 438,95 € für seine Tätigkeit im Bereich der Sozial- und Entwicklungshilfe zusagen zu können. Mit dem gemeinsamen Kolpinglied endete der Tag der Generationen 2019, der im nächsten Jahr in Dortmund seine Fortsetzung finden wird.

Text und Bild: Martin Räker